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Bei einem Großbrand in einer Bochumer Klinik sind zwei Menschen ums Leben gekommen.

Drama in Bochum

Klinikbrand: Zwei Tote und sieben Menschen in Lebensgefahr

Bochum - Ein verheerendes Feuer bricht mitten in der Nacht in einer Bochumer Klinik aus. Zwei Menschen sterben, weitere werden verletzt. Fenster und Möbel schmelzen in der Hitze der Flammen.

Bei einem Großbrand in einem Bochumer Krankenhaus sind in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Sieben Menschen wurden nach Angaben der Stadt Bochum lebensgefährlich verletzt, davon wurden vier mit Hubschraubern in andere Krankenhäuser geflogen. Insgesamt erlitten 15 Menschen nach offiziellen Angaben Verletzungen. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen in der bekannten Klinik Bergmannsheil. Das Feuer war im sechsten Stock in einem Patientenzimmer der Abteilung zur Behandlung von Infekten ausgebrochen. Die Brandursache war zunächst unklar.

Einer der beiden Toten sei in dem Zimmer untergebracht gewesen, in dem das Feuer ausgebrochen war, sagte der Ärztliche Direktor der Klinik, Thomas Schildhauer, am Freitagmorgen vor Journalisten. Ein weiteres Opfer habe in einem Nachbarzimmer gelegen. Es seien auch bettlägerige Patienten versorgt worden.

Das Ausmaß des verheerenden Feuer in einer Bochumer Klinik mit zwei Toten könnte von einem Bettenlager verstärkt worden sein. „Das muss man jetzt klären, das ist die erste Information, dass in einem Geschoss darüber eben halt Betten gelagert wurden“, sagt NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Freitag bei einem Besuch am Brandort in Bochum. Dies habe möglicherweise zusätzlich dazu beigetragen, dass der Brand diese Dimension bekommen habe. Zunächst gehe es aber darum, die Verletzten und Patienten zu versorgen.

Das Feuer in dem Bochumer Krankenhaus hat sich nach Einschätzung der Feuerwehr rasend schnell ausgebreitet. Die Einsatzkräfte waren von dem Ausmaß überrascht, als sie am Brandort eintraf. „Das Brandereignis war viel weiter fortgeschritten, als zu vermuten war“, sagt Gottfried Wingler-Scholz von der Bochumer Feuerwehr am Freitag. Die Feuerwehr war mit 165 Einsatzkräften vor Ort. Unterstützung kam von Feuerwehren aus Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sowie dem Technischen Hilfswerk Bochum. Klinikmitarbeiter hätten „an allen Ecken und Enden mitgeholfen“. Teils sei hinter den Menschen, die sich an Fenstern bemerkbar machten, schon der Feuerschein zu sehen gewesen.

Augenzeugen berichteten von einem komplett zerstörten Dach. Wegen der enormen Hitze des Feuers seien Fenster und Möbel geschmolzen. Mehr als 150 Feuerwehrleute waren am frühen Morgen im Einsatz. Unterstützung kam von Feuerwehren aus Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sowie Helfern des Technischen Hilfswerks Bochum. Anwohnern wurde empfohlen, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Das Feuer war gegen 2.35 Uhr ausgebrochen. In dem betroffenen Gebäude waren zuletzt 180 Patienten untergebracht, 100 von ihnen wurden vorzeitig entlassen, um die Lage zu entspannen. Weitere 80 Patienten werden hausintern verlegt. Das Krankenhaus sei aber nicht in der Notfallversorgung eingeschränkt, sagte Schildhauer. „Es sind keine Operationsbereiche betroffen.“ 

Weitere Infos finden Sie hier.

Bergmannsheil: Traditionsreiche Klinik mit 650 Betten

Im Bochumer Krankenhaus Bergmannsheil werden seit mehr als 125 Jahren Patienten behandelt. 1890 wurde das Hospital als erste Unfallklinik der Welt gegründet, damals als Spezialklinik zur Unfallversorgung der Bergbauarbeiter des Ruhrgebietes. Heute forschen und behandeln 23 Kliniken und Fachabteilungen. Der Klinikkomplex verfügt über 650 Betten. Jährlich werden im Bergmannsheil 21.000 Patienten stationär und 65.000 Patienten ambulant behandelt.

Ein Schwerpunkt des „Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum“ liegt in den chirurgischen Disziplinen der Unfallmedizin. Außerdem gibt es nach Angaben der Klinik Versorgungsaufträge für Rückenmarkverletzte, Schwerbrandverletzte und Schwer-Schädel-Hirnverletzte.

dpa

Tödliches Feuer in Krankenhaus in Bochum

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