1000 Telekom-Beschäftigte in Warnstreik

Auslagerung: - Berlin/Bonn - Im Konflikt um die geplante Auslagerung von rund 50 000 Mitarbeitern bei der Deutschen Telekom hat es die ersten Warnstreiks gegeben. Etwa 1000 Beschäftigte in Berlin und Niedersachsen legten nach Gewerkschaftsangaben die Arbeit nieder.

Die Telekom-Führung und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wollen an diesem Donnerstag und Freitag ihre Verhandlungen über den Konzernumbau fortsetzen. Experten rechnen mit einer Zuspitzung der Auseinandersetzung. Für Donnerstag sind weitere Warnstreiks im Saarland angekündigt.

Der Warnstreiks richten sich gegen die Auslagerung von rund 50 000 Mitarbeitern in Servicegesellschaften unter dem Namen T-Service. Neben Einschnitten bei den Löhnen plant der Bonner Konzern die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 Stunden auf mindestens 38 Stunden. Berufsanfänger bei T-Service sollen zudem künftig deutlich weniger verdienen. ver.di lehnt die Pläne ab. "Die Beschäftigten streiten dafür, dass die Telekom mit ver.di einen tariflichen Schutz bei der geplanten Auslagerung in Servicegesellschaften vereinbart", sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder. Ende Februar hatten bereits 13 000 Telekom-Mitarbeiter gegen den Umbau demonstriert.

In zwei vorangegangenen Verhandlungsrunden hatten die Tarifparteien keine Annäherung erzielt. Sollte keine Einigung mit ver.di erzielt werden, will das Management den Umbau auch ohne Zustimmung der Gewerkschaft durchsetzen. Personalvorstand Karl-Gerhard Eick hatte Ende vergangener Woche bekräftigt, dass T-Service zum 1. Juli starten soll. Das Unternehmen will mit dem Umbau seine Kosten senken und die Servicequalität verbessern.

Ein Konzernsprecher bekräftigte die Pläne: "Es gibt keine Alternative zu T-Service." Einen Kommentar zu den Warnstreiks lehnte er ab. "Für uns stehen die Verhandlungen im Vordergrund", sagte der Sprecher. Im Saarland seien am Donnerstag rund 170 Beschäftigte in Saarbrücken aufgerufen, die Arbeit ganztägig niederzulegen, teilte ver.di Saar mit. Von der Auslagerung seien in der Region rund 600 Arbeitnehmer betroffen.

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