11,9 Millionen: Josef Ackermann gönnt sich satten Gehaltszuschlag

- München - Rund 11,9 Millionen Euro im Jahr 2005. Josef Ackermann ist auch heuer wieder der Bestbezahlte unter den deutschen Vorstandschefs. Die Reaktionen auf die Gehälter der Bosse, die in den meisten Geschäftsberichten ausgewiesen werden, sind geteilt. Unsere Tabelle addiert Fix-Gehalt und erfolgsbezogene Zulagen, lässt aber aktienbasierte Bestandteile (etwa Aktienoptionen), die schwer vergleichbar sind, weg.

Auch auf dieser Basis hält Ackermann Platz 1: 8,38 Millionen Euro. Henning Kagermann (SAP) folgt mit 4,72 Millionen Euro, ein kleineres Stück dahinter bei 4,37 Millionen Euro landet Wulf Bernotat (Eon). Nicht alle können sich über Zuwächse freuen: Die Vorstandsmitglieder der Allianz verdienen weniger als im Vorjahr. Doch in den meisten Fällen gibt es ein Plus, das deutlich oberhalb der Lohnzuwächse Normalbeschäftiger liegt. Bei Ackermann beispielsweise beträgt das Plus 18 Prozent.

Das bringt vor allem die Gewerkschaften in Rage: "Wir kritisieren die Höhe der Bezüge, denn sie kann durch keine Leistung gerechtfertigt werden", sagte Verdi-Vorstand Uwe Foullong dem "Tagesspiegel". "Dazu kommt, dass eine Unternehmenspolitik, die darauf abzielt, Personal abzubauen, mit solchen Gehältern nicht in Einklang zu bringen ist."

Die Aktionärsschützer haben diesmal dagegen nicht so viel einzuwenden. "Die Unternehmensgewinne sind gestiegen, die Vorstandsgehälter auch", zieht Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz eine vorläufige Bilanz. "Das ist schon in Ordnung." Doch ist das Aktionärs-Echo nicht einhellig: Solche Summen seien "nicht mehr nachvollziehbar", sagte Willi Bender von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger zur Gehaltshöhe von Josef Ackermann.

Schlusslicht im Dax bleibt übrigens Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, der nun aber die Marke von einer Million Euro deutlich hinter sich lassen konnte: Auf 1,34 Millionen Euro summieren sich Fixgehalt und Erfolgsbeteiligung.

Immerhin: Nicht nur die Chefs, auch die Aktionäre können sich freuen - und zwar über einen warmen Dividendenregen, wie man ihn in Deutschland lange nicht mehr erlebt hat. 25 der 30 Unternehmen im Dax haben eine Steigerung in Aussicht gestellt. Bei vier Unternehmen bleibt die Dividende gleich. Nur Infineon schüttet nichts aus. Doch das ist weder neu, noch eine Überraschung.

Insgesamt reicht die Top 30 der deutschen Wirtschaft 20 Milliarden Euro an die Aktionäre weiter, hat "Börse-Online" ermittelt. Deren gefühlter Reichtum wächst im Übrigen auch durch die wieder deutlich gestiegenen Kurse. "Und da ist noch keine Übertreibung zu sehen wie im Jahr 2000", freut sich Kurz.

Allerdings bleiben die Aktionärsschützer skeptisch. Denn Zurückhaltung mussten die Chefs diesmal wirklich nicht üben. Die Nagelprobe folgt erst, wenn die Zahlen einmal wieder schlechter aussehen als die für 2005. "Wie die Dinge wirklich liegen", sagt Kurz, "sieht man erst, wenn's einmal wieder runtergeht."

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