TUI mit 13,5 Prozent Gewinneinbruch

- Hannover - Der weltgrößte Tourismuskonzern TUI blickt trotz eines Gewinneinbruchs 2005 zuversichtlich in das Jahr 2006. "Die TUI steht auf einem soliden Fundament und ist langfristig durchfinanziert", sagte Konzernchef Michael Frenzel am Mittwoch in Hannover. Obwohl die Buchungen mit einem Plus von zwei Prozent derzeit eher verhalten sind, will die TUI im Reisegeschäft um drei bis fünf Prozent wachsen. Im Sektor Schifffahrt rechnet Frenzel im Ergebnis eher mit Einbußen.

Zu seinen Erwartungen zum Konzernergebnis machte er keine konkreten Angaben. Er gehe aber davon aus, dass die positive Entwicklung im Tourismus die "Delle" in der Containerschifffahrt ausgleichen könne. Frenzel bekräftigte zugleich das Ziel, bis 2008 den Konzerngewinn gegenüber 2004 auf 700 Millionen Euro zu verdoppeln.

Im vergangenen Jahr sank der Jahresüberschuss um 13,5 Prozent auf knapp 495 Millionen Euro. Die Umsätze stiegen um 8,7 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro. Dabei nahmen die Umsätze in den Kernbereichen um 11,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zu. Die inzwischen verkauften Töchter bedeuteten ein Minus von 1,4 Milliarden Euro.

Die Kerngeschäfte Touristik und Schifffahrt hätten insgesamt aber an die positive Entwicklung des Vorjahres anknüpfen können, sagte Frenzel. Der Umsatz in der Sparte Touristik sei um 5,8 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro stärker gestiegen als der weltweite Reisemarkt.

Der Umsatz 2006 könne angesichts der höheren Erlöserwartungen in der Touristik und Schifffahrt insgesamt auf rund 22 Milliarden Euro steigen. Allein im Tourismus geht die TUI dabei von rund 15 Milliarden Euro aus.

"Für den TUI Konzern war 2005 insgesamt ein erfolgreiches Jahr", sagte Frenzel. Das Minus beim Ergebnis sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die inzwischen verkaufte US-Stahltochter schlechtere Ergebnisse als im Rekordjahr 2004 erreicht habe. In Frankreich habe die Reisebranche zudem deutlich unter den Unruhen in den Vorstädten gelitten. Dies habe sich vor allem bei den Flugbuchungen ausgewirkt. Insgesamt machte die TUI in Frankreich 40 Millionen Euro Verlust.

Als eine wichtige Weichenstellung des Jahres 2005 hob Frenzel den Kauf der britisch-kanadischen Reederei CP Ships hervor. Damit habe der Konzern seine zwei-Säulen-Strategie weiter entwickelt und den Konzern noch wetterfester gemacht. "Als Weltmarktführer in der Touristik und und als neue Nummer fünf in der Schifffahrt haben wir uns in zwei Wachstumsmärkten eine exzellente Ausgangsposition für die Zukunft geschaffen", sagte Frenzel. Die Schifffahrt sei hochprofitabel.

Allerdings sei die Integration von CP Ships in die Organisation von Hapag-Lloyd noch mit Kosten verbunden, für die rund 100 Millionen Euro veranschlagt seien und die vor allem 2006 anfallen werden. Hinzu komme ein heftiger Preiskampf um die Transporte vor allem in Asien. Deshalb werde die Schifffahrt trotz eines erwarteten Umsatzwachstums von mehr als acht Prozent bei den Transportmengen beim Ergebnis voraussichtlich die hohen Vorjahreswerte nicht wieder erreichen. Hapag-Lloyd hatte im Vorjahr ein Rekordergebnis von 2,687 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Verschuldung des Konzerns erhöhte sich durch den Zukauf um 0,5 auf 3,8 Milliarden Euro.

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