Dax 2006: Kein Absturz, aber Flaute

- Mannheim - Der Deutsche Aktienindex wird laut einer Expertenbefragung 2006 eine Verschnaufpause einlegen. Nach dem rasanten Anstieg im vergangenen Jahr auf über 5400 Punkte, werde der Dax in den kommenden zwölf Monaten kaum an Wert gewinnen.

Über 280 Finanzanalysten und institutionelle Anlegern hatte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember befragt. Das Ergebnis: Die Experten erwarten im Durchschnitt für den Leitindex bis zum Jahresende einen Anstieg auf 5600 Punkte. Damit läge der Dax nur 85 Punkte über dem Niveau von Donnerstagmittag. Das ZEW wies allerdings darauf hin, dass sich der Index zum Zeitpunkt der Befragung im Dezember im Schnitt bei 5300 Punkten bewegt hatte.

53 Prozent der Befragten rechnen laut ZEW bis Ende 2006 mit Indexständen zwischen 5400 und 5800 Punkten. In diesem Rahmen bewegen sich auch viele Prognosen von Banken und Finanzinstituten, die zuletzt abgegeben wurden. 2005 war das Börsenbarometer um 1150 Punkte auf über 5400 Punkte (ca. 27 Prozent) gestiegen.

"Der Dax hat im vergangenen Jahr sehr stark zugelegt", sagte ZEW-Mitarbeiterin Sandra Schmidt. "Es wird dann erwartet, dass es eine Pause gibt beziehungsweise das Wachstum etwas nachlässt." Dennoch sei erfreulich, dass die Analysten mit einer Fortdauer des Aufwärtstrends rechnen.

Gefragt: Aktien aus Deutschland

Bei der Unterscheidung der Aktienanlagen nach Ländern bevorzugen laut ZEW jeweils etwa 24 Prozent der Befragten Deutschland und die übrige Eurozone. Die USA kommen auf 16,1 Prozent. Das Interesse an Japan stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 10,6 Prozent auf 14,3 Prozent. China und Großbritannien kommen jeweils auf rund sieben Prozent.

Der Anteil der Anleihen am Portfolio der Befragten wird laut ZEW 2006 im Schnitt bei 41 Prozent liegen, wobei knapp 63 Prozent der Befragten zu einer geringeren Gewichtung dieser vergleichsweise sicheren Anlageform neigen. 37,3 Prozent wollen den Anteil der Anleihen senken, 14,4 Prozent ihren Anleihenanteil erhöhen. "Damit scheint die Risiko-Aversion etwas nachgelassen zu haben", teilte das ZEW mit.

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