2007 ändern sich die Sozialbeiträge: Was dann vom Gehalt übrig bleibt

- Für die Arbeiter und Angestellten in Deutschland dreht sich zum Jahreswechsel einmal mehr das Karussell der Sozialversicherungsbeiträge ­ in beide Richtungen. So haben mehrere gesetzliche Krankenkassen angekündigt, ab dem 1. Januar ihre Sätze anzuheben; gleichzeitig steigen die Pflichtzahlungen, die in die Rentenkasse fließen. Doch an anderer Stelle werden die Verbraucher entlastet: Der Beitrag für die Arbeitslosenversicherung sinkt. Unsere Zeitung zeigt, was sich ändert und wie sich das auf den Geldbeutel auswirkt.

Krankenversicherung: Beiträge steigen

Viele gesetzlich Versicherten müssen ab dem Jahresbeginn deutlich mehr für ihre Vorsorge berappen. So hat etwa die AOK Bayern angekündigt, ihren Beitragssatz von derzeit 13,6 auf 14,5 Prozent anzuheben. Die größte Kasse im Freistaat begründet diesen Schritt mit dem verminderten Steuerzuschuss und der ansteigenden Mehrwertsteuer. Ähnlich argumentieren die anderen Kassen, die ab Januar die Latte nach oben legen: die Kaufmännische Krankenkasse KKH, die ihren Beitragssatz um 0,7 Punkte auf 13,9 Prozent erhöht, und die Techniker Krankenkasse, die mit 13,5 um 0,3 Prozent mehr von ihren Mitgliedern verlangt. Fachleute erwarten, dass der Kassen-Satz im Schnitt um 0,7 Punkte auf 15 Prozent steigt. Nach Berechnungen der Commerzbank gehen den privaten Haushalten damit 3,2 Milliarden Euro an Kaufkraft verloren.

Rentenversicherung: Beiträge steigen

Die zweite schlechte Nachricht für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Wie schon seit längerem beschlossen, steigt der Beitragssatz für die staatliche Rentenversicherung ab 2007 von 19,5 auf 19,9 Prozent. Kaufkraftverlust: 1,4 Milliarden Euro.

Joblosenversicherung: Beiträge sinken

Doch nicht alle Sozialkassen lechzen nach mehr Geld. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg spart sich wegen Sondereffekten und der sinkenden Arbeitslosigkeit mehrere Milliarden. Zudem werden Leistungen für Menschen ohne Job künftig über die steigende Mehrwertsteuer finanziert. Diese Entlastung wird zumindest zum Teil an die Pflichtversicherten zurückgegeben: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird deswegen im kommenden Jahr um 2,3 Prozentpunkte von 6,5 auf 4,2 Prozent gesenkt. Das heißt: Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden um je 1,15 Prozent ihrer Beiträge entlastet. Sie sparen sich damit jeweils 8,4 Milliarden Euro.

Was künftig unterm Strich rauskommt

Alles in allem geht die Karussellfahrt für die Versicherten glimpflich zu Ende. Unterm Strich schlägt die Entlastung bei der Arbeitslosenversicherung die Erhöhungen bei Renten- und Krankenkassen. Je nach Brutto-Verdienst bleiben jeden Monat ein paar Euro mehr übrig. Allzu groß sollte die Freude darüber aber nicht ausfallen: Was an Einsparungen bleibt, wird durch Steuererhöhungen und Kürzungen beim Sparerfreibetrag oder der Entfernungspauschale wieder weggefressen.

Was sich 2007 alles ändert: Eine Übersicht des Bundesarbeitsministeriums www.bmas.bund.de

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