30-Stunden-Streik bei der Bahn hat begonnen

Berlin - Der bislang längste Streik der Lokführer- Gewerkschaft GDL hat am Donnerstagmorgen nach Angaben der Deutschen Bahn zu erheblichen Beeinträchtigungen im Regional- und S-Bahn- Verkehr geführt. Die stärksten Einschränkungen gebe es in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, teilte die Bahn mit.

Auch in Brandenburg fahren im Regionalverkehr nur wenige Züge. Der Takt der Berliner S-Bahn ist stark ausgedünnt. Im Stadtgebiet könne ein 10- bis 20-Minuten-Takt aufrechterhalten werden. Auch die Hamburger S-Bahn fahre alle zwanzig Minuten. Zwei S-Bahnlinien fallen aus.

Ebenfalls stark betroffen sei die S-Bahn München. Die Züge verkehren im Stundentakt, zwischen Pasing und Flughafen München alle 20 Minuten. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fahren rund 50 Prozent der Regionalzüge, die S-Bahn Rhein-Ruhr fährt im 30 Minuten- Takt. Die S-Bahn Frankfurt fährt im Stundentakt, die Regionalverkehrslinien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie in Baden-Württemberg und Bayern fahren mit etwa der Hälfte der Züge. Die S-Bahnen in Leipzig und Dresden fallen aus, zwischen Halle und Leipzig fahren die Züge im Stundentakt.

Die GDL hatte um 2.00 Uhr mit dem Streik zur Durchsetzung eines eigenständige Tarifvertrags mit Einkommensverbesserungen begonnen und will bis Freitagmorgen um 8.00 Uhr den Regionalverkehr 30 Stunden lang teilweise lahmlegen. Sie will damit erreichen, dass rund 80 Prozent der Regionalzüge nicht fahren. Die Bahn will mit einem Ersatzfahrplan gut die Hälfte des üblichen Nahverkehrs sicherstellen. Es seien damit jedoch deutlich weniger Züge im Einsatz als nach dem normalen Fahrplan, teilte die Bahn mit. Informationen zum Bahnverkehr gibt es auf der Internetseite www.bahn.de/aktuell und unter der kostenfreien Service-Telefonnummer 08000 99 66 33.

In einer halbseitigen Anzeige in großen überregionalen Tageszeitungen wandte sich die Bahn am Donnerstag an die streikenden Lokführer. Das bereits gemachte Angebot sei das "beste, was wir machen können". "Mehr kann unser Unternehmen nicht verkraften, wenn es weiterhin sichere Arbeitsplätze bieten soll und Kündigungen ausschließt", hieß es darin. Das Unternehmen appellierte an die GDL, das Angebot auch im Interesse der Kunden anzunehmen. Es orientiert sich nach wie vor an dem Abschluss, der im Sommer mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielt wurde. Es sieht 4,5 Prozent mehr Einkommen und eine Einmalzahlung von 600 Euro vor. (dpa)

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