38-Stunden-Woche bei Pfleiderer

- München - Der Möbelzulieferer Pfleiderer hat sich mit den Arbeitnehmern auf längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich geeinigt und gibt im Gegenzug ein Bestandsgarantie für die deutschen Werke. Die Arbeitszeit werde für die Mitarbeiter an allen Standorten von 35 auf 38 Stunden erhöht, sagte Pfleiderer-Vorstandssprecher Hans Overdiek am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. Zudem solle es in den nächsten beiden Jahren keine Lohnerhöhung geben. "Ich begrüße diesen neuen Tarifvertrag, der eine Laufzeit bis Ende 2008 hat", sagte Overdiek.

Zuvor hatte Pfleiderer mit einem Großteil der Mitarbeiter individuell eine 40-Stunden-Woche vereinbart. "Dieses Ergebnis hat dann auch die IG Metall nicht mehr ignoriert, auch wenn sie ansonsten alles versuchte, um an der, aus unserer Sicht unsinnigen, 35-StundenWoche festzuhalten", sagte Overdiek. Da Pfleiderer im Bereich Holzwerkstoffe nur Standorte in Westdeutschland unterhalte, habe man bisher wegen hoher Personalkosten mit Wettbewerbsnachteilen zu kämpfen gehabt.<BR><BR>Die Verhandlungen zur Übernahme der Kunz-Gruppe seien in der Endphase. In wesentlichen Punkten gebe es Einigkeit, sagte Overdiek. "Aber es gibt auch noch einige offene Punkte, die weiter verhandelt werden müssen, weil wir noch Klärungsbedarf sehen." Pfleiderer will durch die Übernahme zu einem globalen Holzwerkstoff-Anbieter mit einem Umsatzvolumen von 1,4 Milliarden Euro aufsteigen.<BR><BR>Seine Jahresziele für 2005 sieht das Unternehmen trotz eines leichten Umsatzminus in den ersten vier Monaten bestätigt. In der derzeitigen Struktur wolle man Erlöse von deutlich über 900 Millionen (Vorjahr: 901 Mio) Euro erreichen. Das operative Vorsteuerergebnis solle nach 31,6 Millionen im vergangenen Jahr klar über 40 Millionen Euro liegen, sagte Overdiek.<BR><BR>In den ersten vier Monaten gingen die Umsätze des Herstellers von Holzwerkstoffen und Bahnschwellen in den fortzuführenden Geschäftsbereichen Holzwerkstoffe und Infrastrukturtechnik gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um rund ein Prozent auf 294,3 Millionen Euro zurück. Dabei sind die Umsätze und Erträge aus dem Verkauf des Mastengeschäftes in den USA, von dem sich Pfleiderer im vergangenen Jahr getrennt hatte, nicht berücksichtigt. Das operative Vorsteuerergebnis der fortzuführenden Aktivitäten stieg von 9,4 auf 11,6 Millionen Euro.

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