3D-Fernseher im Test: Viele schwächeln beim Bild

München - Auch wenn es noch kaum 3D-Filme gibt, kann sich der Kauf eines entsprechenden Fernsehgeräts lohnen. Diese lagen im Test vorn. Ihre besondere Stärke ist kurioserweise das 2D-Bild.

Die dritte Dimension ist bei großen und teuren Flachbildfernsehern bald nicht mehr wegzudenken. 19 Geräte für zwischen 430 und 2200 Euro hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Drei davon sind bereits für dreidimensionale Inhalte gerüstet.

Kaum Inhalte mit der dritten Dimension

Bislang sind dreidimensionale Inhalte zwar rar. Wer einen entsprechend ausgestatteten Blu-ray-Player besitzt, kann zwischen einer Handvoll von 3D-Filmen wählen. Per Satellit gibt es den Bezahlfernsehsender Sky 3D, der bislang nicht viel mehr als ein besseres Demo-Programm sendet. Und für die Playstation 3 von Sony gibt es ein paar 3D-fähige Spiele. Es besteht also noch kein Grund zur Eile beim 3D-Kauf.

3D-Bildschirme doppelt so schnell

Und doch kann es schon jetzt lohnen, sich für ein 3D-Gerät zu entscheiden. Denn zwei der getesteten 3D-Fernseher liegen bei der normalen, zweidimensionalen Bildqualität ganz vorn. Nur drei von 19 liefern gute Bildqualität. Klarer Testsieger ist der Samsung LE40C750 (102 cm Bildschirmdiagonale) für 1240 Euro. Er hat als einziger auch ein gutes 3D-Bild. Und bietet als einziges Gerät mit der Note gut auch die Möglichkeit auf USB-Stick aufzunehmen.

Beim ebenfalls dreidimensionalen Sony KDL-40HX805 (102 cm), dem teuersten Gerät im Test, kann die 3D-Qualität dagegen nicht recht überzeugen. Doch bei normalen 2D-Inhalten hat auch dieses Gerät meist ein gutes Bild.

Beide Geräte überzeugen besonders mit einer flüssigen Bewegtbilddarstellung bei 2D-Inhalten. Der technische Hintergrund: Fürs 3D-Fernsehen müssen die Geräte abwechselnd Einzelbilder fürs linke und rechte Auge zeigen. Die Bildschirme müssen also doppelt so schnell zwischen Einzelbildern schalten können wie herkömmliche Fernseher.

Die Brille kostet meist extra

Wer mit seinem 3D-Fernseher auch in 3D fernsehen will, muss in der Regel weiteres Zubehör kaufen: Jeder Zuschauer braucht eine 3D-Brille. Im Test lag nur dem befriedigenden LG 42LX6500 für 1730 Euro (107 cm Bildschirmdiagonale) eine solche Brille bei.

Für die Geräte von Samsung und Sony müssen sie extra nachgekauft werden. Sie kosten zwischen 90 und 120 Euro. Für den Sony muss zudem noch ein Infrarotsender für 49 Euro erworben werden, der für die Synchronisation zwischen Fernseher und Brille zuständig ist. Bei Samsung und LG ist der eingebaut.

Ein richtig trauriges Bild gibt ein 80-Zentimeter-Fernseher von Philips ab. Das Bild über den Analogtuner ist miserabel, weil grieselig. Schlimmer noch: Völlig unabhängig von der Bildquelle hat das Gerät extreme Probleme bei der Bewegungsdarstellung. Die Bilder ruckeln nicht nur, sie machen riesige Bildsprünge. Bisher war Philips eher mit ordentlichen bis richtig guten Fernsehern vertreten.

Der schwache Philips kommt aus der 3000er-Serie, die bislang nur in anderen Ländern verkauft wurde. Offenbar will Philips nun auch hierzulande mit Billiggeräten punkten. Der 32PFL3605H ist allerdings ein schlechter Einstand für die Billiglinie. Immerhin hat Philips nachgebessert: Es gibt inzwischen eine aktualisierte Version der Betriebssoftware (Firmware), die zumindest das Ruckelproblem deutlich abmildert.

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