3er-BMW vom Kap für die USA

- Pretoria - Hightech aus Afrika macht sich bezahlt - zumindest für BMW. Gut 600 Euro spart der deutsche Automobil-Hersteller allein durch den Stempel "Made in South Africa" bei jedem Fahrzeug, das er in die USA exportiert. Möglich macht es ein Förderprogramm der Amerikaner, das bestimmten afrikanischen Staaten den Abgaben-freien Export ihrer Waren ermöglicht.

<P>Fast die Hälfte der bisher jährlich in Südafrika produzierten 55 555 3-er-Modelle geht in den wichtigen amerikanischen Markt - das entspricht einem Drittel aller dorthin exportierten 3er-BMW. Bei der neuen Generation der Modellreihe, deren Bau zeitgleich in Regensburg, München, Leipzig und Südafrika anlief, ist daher am Kap eine Aufstockung der Produktion geplant. "Wir werden kurzfristig auf 60 000 Einheiten hochgehen", kündigte vor kurzem der Chef der südafrikanischen BMW-Tochter, Wolfgang Stadler, an. Damit ist er von der Kapazitätsgrenze des Rosslyn-Werks bei Pretoria - dessen 3000 Mitarbeiter bisher 200 Autos pro Tag produzieren - immer noch weit entfernt.<BR><BR>Für zwei Milliarden Rand (250 Mio. Euro) hat BMW das Werk seit 2002 ausgebaut und mit einer neuen Lackiererei und einem flexiblen Arbeitszeit-Modell Voraussetzungen für die Ausweitung der Produktion auf 75 000 Fahrzeuge pro Jahr geschaffen. Bis auf Motor und Getriebe stammt beim "3er vom Kap" alles aus Südafrika. Fast alle Zulieferer finden sich in einem benachbarten Gewerbepark.<BR><BR>Seit 30 Jahren ist BMW in Südafrika mit einem Werk präsent, das sich längst von einer Schrauberei für angelieferte Bausätze zu einer Weltmarkt-Produktionsstätte entwickelt hat. Sie gilt in mehrfacher Hinsicht als Modell innerhalb des Konzerns.<BR><BR>Das für die Belegschaft entwickelte Aids-Präventions- und Behandlungsprogramm gilt als vorbildlich, die Qualität der Arbeit als beispielhaft. 2002 wurde das Werk deswegen sogar zum besten "europäischen" Werk gekürt. Europäisch deshalb, weil es für Afrika einfach keine Kategorie gab. Immerhin konzentriert sich der Automobilbau des gesamten Kontinents zu gut 80 Prozent in Südafrika, wo die Großen der Branche seit der demokratischen Wende Milliardenbeträge in den Ausbau ihrer Werke investierten. Das BMW-Werk in Rosslyn exportiert seit 1998 seine 3er-Serie in die USA, aber auch nach Japan, Australien oder Neuseeland. Nur 20 Prozent der Fahrzeuge gehen in den heimischen Markt.<BR><BR></P>

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