4000 Quelle-Mitarbeiter im November arbeitslos

Nürnberg - Nach dem endgültigen Aus für Quelle verlieren allein in Bayern mehrere tausend Menschen bereits in den kommenden Tagen ihren Job. In Bayern werden 4000 Menschen zum 1. November arbeitslos. 

Etwa 4.000 Menschen im Freistaat werden durch die Abwicklung bereits zum 1. November arbeitslos, sagte der Chef der Arbeitsagentur Bayern, Rainer Bomba, am Mittwoch in Nürnberg. Bundesweit sind etwa 7.000 der insgesamt 10.500 Mitarbeiter der Primondo-Gruppe von der Insolvenz betroffen. Die bayerische Arbeitsministerin Christine Haderthauer forderte Aufklärung über die Ursache der gescheiterten Investorensuche für das 82 Jahre alte Traditionsunternehmen.

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Aufgrund der Signale der vergangenen Wochen und des gestarteten Fortführungskonzepts sei die Abwicklung von Quelle für sie völlig überraschend gekommen, sagte die CSU-Politikerin. Das plötzliche Aus werfe Fragen an den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg auf. “Ich habe den Anspruch, nachzuvollziehen, was da passiert ist“, sagte Haderthauer. Sie fände es schade, wenn sich herausstelle, dass für den Insolvenzverwalter nicht die Mitarbeiter im Vordergrund gestanden hätten, sondern die Gläubiger. Gleichwohl sei die fachliche Kompetenz Görgs nicht anzuzweifeln, betonte Haderthauer.

Nicht nur bei Quelle tausende Jobs in Gefahr

Neben dem Versandhändler Quelle sind auch in vielen anderen bayerischen Unternehmen tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Gemessen am Volumen der Kurzarbeit gebe es derzeit in Bayern rechnerisch 84.000 Arbeitsplätze zuviel, berichtete der Vizepräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, am Mittwoch in München.

“Die Unternehmen versuchen derzeit alles, um möglichst viele Beschäftigte zu halten.“ Doch das sei ein Kraftakt und könne nicht auf Dauer so durchgehalten werden. “Kurzarbeit ist teuer.“ Auf dem Arbeitsmarkt in Bayern stehe der Tiefpunkt daher erst noch bevor.

dpa

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