42,60 Dollar oder 49,29 Dollar: Warum Öl unterschiedlich teuer ist

- München - Der Ölpreis rückt weiter an die Marke von 50 Dollar heran. Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex hielt er sich am Freitag nicht lange knapp unter 49 Dollar. Mit 49,29 Dollar erreichte er das höchste Niveau seit Beginn des Nymex-Handels 1983. Opec-Rohöl kletterte auf 42,60 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent kostete in London 45,15 Dollar.

<P>Die Preise für diese meistgehandelten Sorten weichen nicht nur wegen regionaler Unterschiede voneinander ab. Es geht dabei auch um verschiedene Qualitäten und unterschiedliche Kosten für die Weiterverarbeitung. Auch sind die in jüngster Zeit häufig zu hörenden Namen nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was weltweit am Ölmarkt gehandelt wird.<BR><BR>Saharan Blend, Tia Juana Light, Minas: Was sich liest wie eine Cocktailkarte, sind Bezeichnungen für Rohölsorten. Mehr als 30 werden weltweit angeboten. Im Fokus stehen vor allem die Sorten Brent und WTI, die seit Wochen von Rekordpreis zu Rekordpreis eilen.<BR><BR>Wegen der vielen unterschiedlichen Arten und Qualitäten von Rohöl haben sich die Marktteilnehmer auf den Handel mit einigen wenigen lokalen Referenz-Rohölen geeinigt. An der Warenterminbörse IPE in London wird die Nordseesorte Brent gehandelt, an der Nymex in New York die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) und in Singapur die asiatische Referenzmarke Tapis. Andere Sorten werden - je nach Qualität - mit einer Prämie oder einem Abschlag zu den Referenzmarken bewertet.<BR><BR>Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) gibt ebenfalls eine eigene Referenzzahl bekannt, den so genannten Korbpreis. Dabei wird der durchschnittliche Wert von sieben Rohölsorten berechnet: Saharan Blend (Algerien), Minas (Indonesien), Bonny Light (Nigeria), Arab Light (Saudi-Arabien), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Tia Juana Light (Venezuela) und Isthmus (Mexiko).<BR><BR>Brent und WTI gehören zum so genannten Light Sweet Crude Oil - den schwefelarmen leichten Ölen, auf die sich die weltweite Nachfrage konzentriert. Aus leichten Rohölen lassen sich in den Raffinerien überdurchschnittlich hohe Benzinanteile gewinnen, und diese sind bei den Verarbeitern besonders gefragt.<BR>Deutlich billiger sind dagegen die schweren Rohöle, aus denen sich ein höherer Anteil an schwerem Heizöl herstellen lässt. Dazu gehört etwa die Sorte Maya (Mexiko). Auch aus dem schweren Rohöl können Treibstoffe gewonnen werden, allerdings zu deutlich höheren Verarbeitungskosten.</P><P> </P><P><BR> </P>

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