Studie

Gähn-Start: 5G Netz-Aufbau kommt in Westeuropa nur langsam in Fahrt

  • Lena Bammert
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Die fünfte Mobilfunkgeneration soll für technische Neuerungen sorgen. Der Ausbau schreitet weltweit voran, Westeuropa schneidet im Vergleich schlecht ab.

Stockholm - Die Umstellung des Mobilfunks der vierten (LTE) auf die fünfte Generation (5G) hört sich erstmal nach keiner weltbewegenden Veränderung an. Schaut man sich die Zahlen an, wird jedoch schnell klar, eine Generation Unterschied hat es in sich. Denn: 5G ist bis zu 100 Mal schneller als LTE. In der Theorie sind Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde möglich - mobile Daten würden so quasi in Echtzeit übertragen werden. Auch der Datendurchsatz ist im Vergleich zu älteren Mobilfunkgenerationen, wie LTE oder UMTS sehr viel schneller. Konkret bedeutet das sowohl Vorteile für die Industrie (z.B. bei der Steuerung von Maschinen) als auch für private Nutzer und Nutzerinnen (kein Zeitverzug bei Online-Games). Unternehmen sowie Bürger und Bürgerinnen in Westeuropa müssen auf diese Neuerungen jedoch wohl noch etwas länger warten.

5G in Westeuropa: Nordamerika, China, Südkorea und Golf-Staaten gewinnen im Vergleich

Im weltweiten Vergleich schneidet Westeuropa beim Ausbau der fünften Mobilfunkgeneration aber schlecht ab. Laut dem aktuellen Ericsson Mobility Report sind Nordamerika, Nordostasien (inklusive China und Südkorea) und die Golf-Staaten sehr viel schneller unterwegs. Während in Nordostasien Ende 2020 neun Prozent aller Mobilfunkverträge schon ein 5G-Netz vorweisen konnten, sind es in Westeuropa gerade mal ein Prozent. So viel zum langsamen Start. Aber auch für die Zukunft bescheinigt der Report anderen Regionen sehr viel mehr Wachstum. Demnach soll Nordamerika bis zum Jahr 2026 seinen 5G-Anteil von 4 Prozent (2020) auf 84 Prozent steigern. Die Abdeckung Westeuropas soll im selben Zeitraum immerhin auf 69 Prozent steigen.

Wie die dpa berichtet liegt dies unter anderem auch an einer fehlenden systematischen Förderung. Digitale Initiativen werden in den Golf-Staaten staatlich gefördert, in Europa ist das eher nicht der Fall. Das wirkt sich auch auf die Schnelligkeit des Netzausbaus aus. So schätzt der Bericht den Ausbau in den Golf Staaten ebenfalls höher ein als in Westeuropa. 2026 sollen diese demnach einen 5G-Anteil von 73 Prozent erreichen.

Festnetz vs. Breitband - der Vorteil von 4G/5G liegt auch im Ausbau

Momentan besteht ein Großteil der westeuropäischen Verträge noch aus LTE-Netzen (4G). Die kabellosen Festnetzverbindungen 4G und 5G haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den klassischen Breitbandverbindungen wie DSL, Kabel oder Glasfaser. Es müssen keine Leitungen in Wohnungen oder Büros gelegt werden. Die Ericsson-Studie schätzt, dass die Zahl der kabellosen Festnetzverbindungen bis Ende 2026 fast 180 Millionen ausmachen wird. (leb/dpa)

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