6000 Briefträger müssen in Teilzeit

- Bonn -­ Bei der Deutschen Post steht eine kleine Revolution im Briefbereich an: Künftig sollen tausende Briefträger nur noch Teilzeit arbeiten. Betroffen sind rund 6000 Zusteller, wie Post-Sprecher Uwe Bensien bestätigte. Diese Vereinbarung dürfte noch für viel Zündstoff unter den rund 79 000 Postboten sorgen. Für die Betroffenen ­ wohl vor allem in größeren Städten ­ sind die Neuerungen mit kräftigen Einbußen oder einem Wechsel des Einsatzortes verbunden.

Anders als in der Paketzustellung oder in den Sortierzentren, wo es Teilzeit oder Mini-Jobs gibt, kamen Briefboten bisher in der Regel in Vollzeit-Beschäftigung an die Haustür. Mini-Jobs unter 400 Euro sollen hier aber bei der Post auch künftig Tabu sein.

Die Briefträger sollen zwar "nicht gezwungen" werden, von Vollzeit auf Teilzeit zu wechseln, wie Bensien sagte. "Es wird keine Änderungskündigungen geben." Wenn Briefträger aber nicht mitziehen, können sie auch nicht weiter in ihrem angestammten Zustellbezirk bleiben, wenn dieser von der Umstellung betroffen ist.

"Ihnen wird dann ortsnah ein Alternativjob angeboten", sagte Bensien. Auch bei den Teilzeit-Stellen werde es sich um voll sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze auf der Basis von Tarifverträgen handeln. "Bei uns wird es bei der Briefzustellung auch künftig keine Mini-Jobs geben."

Die Umstrukturierung, die im Stillen mit der Gewerkschaft Verdi vereinbart wurde, soll von Anfang 2007 bis Ende 2009 umgesetzt werden. Mit ihr wolle die Post vor allem ihr Ziel erreichen, dass Briefsendungen bis 13 Uhr beim Empfänger sind, sagte Bensien. Bisher landeten in Deutschland bis 13 Uhr etwa 90 Prozent der Sendungen der Post bei Geschäftskunden und 80 Prozent bei Privatkunden.

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