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Statt Rente mit 70: Faeser schlägt früheren Ruhestand vor – unter einer Voraussetzung

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Von: Patricia Huber

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Früher in Rente gehen – das ist der Wunsch vieler Deutscher. Laut einem Vorschlag von Innenministerin Nancy Faeser soll das für Ehrenamtliche Realität werden.

Berlin – Um das Renteneintrittsalter streiten sich gerade Ökonomen, Politiker, Arbeitgeber und Gewerkschaften. Erst kürzlich sorgte ein Vorschlag des Gesamtmetall-Chefs Stefan Wolf für große Aufregung. Er sprach sich dafür aus, das Rentenalter auf 70 Jahre anzuheben. Doch für seinen Vorschlag gab es eine Menge Gegenwind.

Besonders Gewerkschaften und Sozialverbände stemmen sich gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters und weisen darauf hin, dass Menschen in einigen Berufen – wenn sie zum Beispiel mit schweren körperlichen Tätigkeiten verbunden sind – schon jetzt nicht einmal bis 65 durchhalten würden. Nicht wenige Menschen wünschen sich außerdem einen noch früheren Eintritt in die Rente.

Faesers Renten-Idee: Früherer Eintritt dank Ehrenamt

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich nun mit einer neuen Idee in die Debatte mit eingebracht. Bei einer Talkreihe des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) äußerte sie einen konkreten Vorschlag, mit dem viele Menschen früher in Rente gehen könnten.

Faesers Idee: Menschen, die viele Jahre ehrenamtlich tätig waren, dürfen ein Jahr früher in Rente gehen. „Man muss darüber nachdenken, wie man denjenigen etwas Gutes tun kann, die das ihr Leben lang getan haben“, erklärte sie. Damit könne der Staat auch Anreize für ein freiwilliges Engagement schaffen.

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Früherer Renteneintritt soll zum Engagement motivieren

Das Ehrenamt für die Allgemeinheit, das viele neben ihrer Arbeit und Familie leisteten, sei ein sehr hohes Gut. Für besonders wertvolle Tätigkeiten, wie beispielsweise bei der Feuerwehr oder bei Rettungsdiensten, müsse über solche Modelle nachgedacht werden, um Anreize zu setzen, führte Faeser weiter aus.

Durch zunehmende Naturkatastrophen wie Hochwasser, Waldbrände oder schwere Stürme wachse der Bedarf an Ehrenamtlern. Daher müsse auch über ein Dienstpflichtjahr debattiert werden, forderte sie. „Wir sind sehr privilegiert mit unserem Freiwilligensystem“, sagte Faeser. Bei den Freiwilligen Feuerwehren funktioniere das sehr gut. „Aber man kann ihnen nicht allein die Verantwortung für all diese Großschadensereignisse geben.“ (ph/dpa)

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