Nur 8,99 Euro für eine T-Online-Aktie

- München - Die Deutsche Telekom holt ihre Tochter T-Online wieder nach Hause. Der Mutterkonzern bietet 8,99 Euro für den Rückkauf einer T-Online-Aktie. Gestern notierte das Wertpapier zwischen 9,26 und 9,39 Euro. Telekom will ihre seit April 2000 Börsen-notierte Internet-Tochter wieder fester an den Konzern binden.

<P>Sobald die Telekom 75 Prozent der Anteile hält, kann sie auf der Hauptversammlung im Frühjahr die Verschmelzung ihrer Tochter auf den Konzern beschließen. Dem können die Kleinaktionäre kaum entgehen. "Die Kleinaktionäre werden auf jeden Fall ihre T-Online-Aktie verlieren", sagte Reinhild Keitl von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die SdK-Sprecherin findet das Angebot "unfair" und "ärgerlich", zumal es nun mit T-Online wieder aufwärts geht.<BR><BR>Die notwendige Dreiviertel-Mehrheit wird Telekom locker erreichen. Derzeit hält die Deutsche Telekom AG 73,93 Prozent und der französische Mischkonzern Lagardère 5,69 Prozent der Aktien. In Streubesitz befinden sich 20,38 Prozent.<BR><BR>Aktionärsvertreter tadelten scharf die Höhe des Übernahmeangebotes. Bei der Ausgabe der T-Online-Aktien vor viereinhalb Jahren legten die Erstzeichner 27 Euro pro Aktie hin - dreimal so viel wie das Telekom-Angebot. Die T-Online-Aktie zog nach dem Börsengang auf bis zu 48 Euro an. Doch die Freude über den Internet-Wert währte nur kurz: Der folgende jähe Absturz fand Ende 2001 seine Bodenbildung bei 4,85 Euro. Da sind 8,99 Euro für die wohl meisten Aktionäre ein Verlustgeschäft. Das freiwillige Angebot gilt bis zum 4. Februar 2005. Wer nicht einlöst, erhält später T-Aktien in einem noch zu bestimmenden Tauschverhältnis. "Klagen kann man gegen das Angebot nicht, es ist ja freiwillig", erklärt Keitl. Auch sehe die SdK derzeit keine Anfechtungsgründe gegen eine Verschmelzung.<BR><BR>Die Verschmelzung soll zum 1. Januar 2005 gültig werden. Telekom will ihr Angebot trotz aller Kritik nicht erhöhen; auch schließt sie eine Dividende ihrer Tochter für dieses Jahr aus, obwohl T-Online heuer einen Jahresüberschuss von 300 Millionen Euro erwartet.</P>

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