A380 Fracht: Neuer Angriff auf Boeing

- Toulouse - Eng ist es in der größten Halle Europas noch nicht geworden. In Plagnac bei Toulouse stehen in dem 480 Meter langen, 250 Meter breiten und 46 Meter hohen Gebäude gerade zwei unfertige Exemplare vom Reise-Airbus A380. Eines ist weitgehend fertig montiert - es werden gerade die elektrischen Systeme getestet. Beim anderen A380 werden die gigantischen Tragflächen für die Montage an den haushohen Rumpf vorbereitet.

<P>Vorerst reicht der Platz in der Halle locker für vier Flugzeuge. Die Kapazität kann aber leicht noch verdoppelt werden, wie Airbus-Sprecher David Voskuhl sagt, dann könnten 90 Maschinen im Jahr gebaut werden. Das ist, wie die gesamte Serienproduktion, noch Zukunftsmusik. Derzeit läuft die Entwicklung. Die erste Maschine soll, nachdem die Triebwerke montiert worden sind, im nächsten Jahr erstmals fliegen. <BR><BR>Doch auch mit dem Flugzeug, das noch nicht fertig ist, lehren die einst belächelten Europäer dem jahrzehntelang weit in Führung liegenden US-Konkurrenten das Fürchten. Saß Boeing 1997 noch auf einem Auftragsbestand von 159 Maschinen der 747, des bislang größten Passagierflugzeugs der Welt, waren es 2003 gerade noch 37. Bei Airbus ist man stolz auf 129 Aufträge. Doppelt schmerzhaft: Als Boeing noch das Monopol für die Riesenflugzeuge hatte, flossen dadurch Gewinne in die Kassen des einstigen Marktführers, die bei den kleineren Flugzeugen Spielraum bei der Preisgestaltung ermöglichten. Nun sitzt man auf Ladenhütern, die sich fast nur noch als Cargo-Version verkaufen lassen, wie man in der Branche spottet.<BR><BR>Doch auch in diesem Bereich graben die Europäer den Amerikanern nun das Wasser ab. Von 129 A380-Bestellungen entfallen immerhin schon 17 auf die Frachtversion. Allein der US-Paketdienst Fedex hat 10 der Maschinen bestellt. Dieser Markt, der lange - von wenigen Spezialanfertigungen abgesehen - vor allem mit ausgedienten Passagiermaschinen bedient wurde, verändert sich. Die Abnehmer, vor allem internationale Logistik-Dienstleister, stehen weltweit in einem harten Wettbewerb. Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit sind hier Trumpfkarten, die sich mit modernerem Fluggerät leichter ausspielen lassen.<BR><BR>Der größte Airbus kann auch die Kapazität der zum Lastesel umfunktionierten 747 um 39 % überbieten: 150 Tonnen oder 71 große Frachtpaletten können auf den drei Decks der dann fast fensterlosen A380 transportiert werden. Die A380-Freighter kann mit Ihrer Reichweite von 10 410 Kilometern ohne Stopp aus Europa Asien oder die amerikanische Westküste anfliegen.<BR><BR>Doch auch die Möglichkeiten der Passagierversion sind noch nicht ausgereizt. Diese ist in ihrer ersten Version 72,7 Meter lang. Moderne Flughäfen sind aber für um rund 10 % größere Längen gerüstet. So ist der bislang größte Airbus 340-600 bereits 75,3 Meter lang und damit bereits länger als das künftige Flaggschiff, das aber bis auf 80 Meter gestreckt werden könnte.<BR></P>

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