A380-Frachter verliert den letzten Kunden

UPS will Auftrag stornieren: - Hamburg/Atlanta -­ Die Negativschlagzeilen bei Airbus reißen nicht ab. Der Flugzeugbauer hat auch den letzten Kunden für die Frachtversion des neuen Großraumflugzeugs A380 verloren. Der Logistikkonzern UPS teilte am Freitag mit, er werde seine Bestellung über zehn A380-F so schnell wie möglich stornieren. Das Unternehmen glaube nicht mehr, dass Airbus an dem geplanten Erstauslieferungstermin festhalten könne.

Der europäische Flugzeugbauer hatte bestätigt, dass alle Arbeiten an der Frachtversion seines Flaggschiffs bis auf weiteres gestoppt seien. Das gesamte A380-Programm verzögert sich wegen Problemen bei der Produktion, was den europäischen Flugzeugbauer in eine tiefe Krise gestürzt hat.

Unterdessen bekam das Airbus-Management in Deutschland Wut und Verzweiflung der Mitarbeiter über das verkündete Sparprogramm zu spüren. Bei Betriebsversammlungen in den deutschen Standorten wurden am Freitag die rund 22 000 Mitarbeiter über Details des Sparprogramms informiert. Airbus-Deutschland-Chef Gerhard Puttfarcken besuchte die von der Herauslösung aus dem Konzern bedrohten Werke Laupheim, Varel und Nordenham. Dabei wurde er nach Angaben von Arbeitnehmervertretern teilweise mit Pfiffen und Buh-Rufen empfangen. "Wut und Empörung" habe er nicht besänftigen können.

Airbus will sich von 10 000 Mitarbeitern trennen, davon 3700 in Deutschland. Gegen die Pläne laufen Arbeitnehmervertreter Sturm. In zwei Wochen soll ein europäischer Aktionstag stattfinden.

Die Bundesregierung will die Sanierung von Airbus unterdessen weiter aktiv begleiten. Die Unternehmens-Spitze habe immer wieder Gespräche angeboten, und man werde auch weiterhin in engem Kontakt bleiben, sagte der Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.

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