Probleme bei Airbus

Zahlreiche A380 müssen überprüft werden

Brüssel - Der A380 ist Airbus' ganzer Stolz. Doch nun muss ein Teil der Maschinen zur Überprüfung. Grund ist ein ein Fehler des Triebwerksherstellers Rolls Royce.

Ein Riesenflieger hat Probleme: Alle Airbus A380 mit einer bestimmten Art von Triebwerk müssen überprüft werden. Das hat die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA angeordnet, nachdem es auf einem Flug von Singapur nach Hongkong im Juli Schwierigkeiten gegeben hatte. Das “Wall Street Journal“ hatte diese Woche über den Beschluss berichtet.

Menschen kamen auf dem Problemflug nicht zu Schaden. Die Singapore-Airlines-Crew schaltete das problematische Triebwerk aus und kehrte nach Singapur zurück. Ernst zu nehmen ist der Fehler dennoch: Wenn er nicht behoben werde, könnte es zu einem Triebwerksausfall kommen, bei dem sich Teile lösen und das Triebwerk verlassen, heißt es im Prüfbeschluss der EASA. Dabei könnten andere Flugzeugteile durchschlagen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Triebwerke des britischen Herstellers Rolls Royce für Negativschlagzeilen sorgen. Anfang November 2010 musste ein Airbus der australischen Luftlinie Qantas in Singapur notlanden. Damals war es zu jener Art von Triebwerksausfall gekommen, die die EASA auch beim aktuellen Fehler als Folge fürchtete. Betroffen waren jeweils Triebwerke des Typs “Trent 900“.

Die Art des Fehlers sei nicht vergleichbar, so ein EASA-Sprecher. Auch ein Airbus-Sprecher versicherte: “Dies ist ein Einzelfall. Er hängt nicht mit irgendeinem Fall in der Vergangenheit zusammen.“ Die Situation sei unter Kontrolle.

Beim jüngsten Vorfall fehlte laut EASA-Richtlinie ein Anschlussteil einer Ölleitung. 200 Triebwerke werden nun auf diesen Fehler untersucht, 30 davon mit hoher Priorität. Die besonders dringlichen 30 Untersuchungen seien bereits abgeschlossen, heißt es aus der Industrie.

Die nun zu überprüfenden Rolls-Royce-Triebwerke werden nur im Airbus A380 verwendet, es gibt vier dieser Triebwerke pro Maschine. Nicht jeder A380 hat allerdings “Trent 900“-Triebwerke. Einige der zu prüfenden Triebwerke sind derzeit nicht im Einsatz.

Abgesehen vom Triebwerk der auffälligen Singapore-Airlines-Maschine wurde der gleiche Fehler noch ein weiteres Mal festgestellt, sagte eine Quelle in der Branche. Die Untersuchungen hätten bereits vor dem EASA-Beschluss begonnen.

Ein Rolls-Royce-Sprecher versuchte, die Wogen zu glätten. Die Überprüfungen seien “eine Vorsichtsmaßnahme“ und mittlerweile “weit vorangeschritten bei allen Trent 900(-Triebwerken), die in Gebrauch sind“. “Maßnahmen sind getroffen worden, um eine Wiederholung zu verhindern.“

Der A380 ist eines der Airbus-Flagschiffe. Mit bis zu 853 Sitzen ist er dem Hersteller zufolge das größte kommerzielle Flugzeug, das derzeit in Betrieb ist.

dpa

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