A-380: Münchner Flughafen ist auf den Riesen-Airbus vorbereitet

- München - Der doppelstöckige Airbus A380, der schon Anfang 2005 fliegen soll, ist auch eine gewaltige Herausforderung für die Großflughäfen rund um den Globus. Trotzdem gibt es keine Zweifel mehr: Wenn der erste "europäische Riese" im Frühjahr 2006 seinen Dienst bei Singapore Airlines antreten wird, werden viele der wichtigsten Flughäfen gerüstet sein. München ist es als einziger europäischer Flughafen bereits heute.

<P>"Schon heute sind 14 Flughäfen in Europa, Asien und Afrika für den Airbus A380 fit", stellt Thilo Stilp fest, bei Airbus für Planung und Kooperation mit den Flughäfen in aller Welt zuständig. "Bis Ende 2009 werden über 60 Airports für den Airbus A380 bereit sein." Dieses größte bisher entwickelte Verkehrsflugzeug mit 555 Plätzen wird nur die wichtigsten Drehkreuze auf dem Erdball anfliegen. In Europa ist bisher ein Großflughafen in der Lage, schon heute einen Airbus A380 abzufertigen: München. Die Planer haben von vornherein Nägel mit Köpfen gemacht und weit vorausplanend alle Einrichtungen installiert, um diese fliegenden Giganten schnell und richtig abfertigen zu können. Von den 14 Flughäfen, die für die A380 gerüstet sind, befinden sich zwölf in Asien; dazu kommt die südafrikanische Metropole Johannesburg. Bemerkenswert: Kein nordamerikanischer Großflughafen ist bislang für die A380 präpariert, obwohl sich der größte Teil des Weltluftverkehrs über Nordamerika abwickelt.</P><P>12 der 14 A380-tauglichen Flughäfen liegen in Asien<BR><BR>Für Airbus-Manager Stilp ist das nicht verwunderlich: "In den Metropolen Asiens sind in den letzten Jahren viele ganz neue Großflughäfen gebaut oder die alten mit Milliarden-Aufwand modernisiert worden. Auch kommen viele wichtige A380-Kunden aus Asien. Dagegen sind viele große US-Flughäfen veraltet; dort ist in den letzten Jahren wenig investiert worden. Doch sie werden in den nächsten Jahren nachziehen."<BR><BR>Breitere Startbahn, damit der Rasen kein Feuer fängt</P><P>Der J. F. Kennedy-Airport in New York, der als Vorreiter in den USA gilt, hat einen Masterplan für zehn Milliarden Dollar aufgelegt, um "JFK" gründlich zu modernisieren. Los Angeles wurden Regierungsgelder in Milliardenhöhe für die Renovierung des Flughafens zur Verfügung, gestrichen und damit auch das Geld für die A380-Einrichtungen. Erst als man in Los Angeles begriff, dass dann einige große asiatische Fluggesellschaften mit ihren Riesen zur ungeliebten Konkurrenz nach San Francisco abwandern könnten, lenkten Regierung und Flughafen ein. Thilo Stilp: "Der Airbus A380 wird in drei Jahren auch in Los Angeles landen können."<BR><BR>Europas Riese wird viele Flughäfen auch zu Gewaltakten zwingen. Vielfach müssen neue konstruierte Fahrgastbrücken installiert werden. Auch müssen manche Landebahnen verstärkt werden, um das Gewicht der bis zu 590 Tonnen schweren vierstrahligen Jets tragen zu können. Manche Start- und Landebahnen müssen verbreitert werden, damit die Triebwerke keine Rasenbrände hervorrufen. Und schließlich müssen auch vielfach neue Bodengeräte für Verpflegung, die Reinigung, das Frischwasser sowie neue Flugzeug-Traktoren angeschafft werden.<BR><BR>"Die großen Flughäfen der Welt sind längst davon überzeugt, dass der Airbus A380 ihnen helfen wird, ihren Umsatz zu erhöhen", meint Stilp. Der Airbus A380, der wesentlich mehr Passagiere als eine Boeing 747 transportieren kann, wird auch helfen, die Not an Start- und Landekapazitäten etwas zu mildern. Denn schon heute sind viele Flughäfen rettungslos überfüllt.<BR><BR></P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare