Abbau-Pläne von Opel stoßen auf harten Widerstand der Belegschaft

- Rüsselsheim/Bochum - Das Opel-Management stößt mit seinen Plänen zum Abbau von 10 000 Arbeitsplätzen in Deutschland auf harten Widerstand der Belegschaft. In Bochum legten die Arbeiter bis auf Weiteres den zweitgrößten deutschen Opel-Standort lahm und wollen damit auch die anderen europäischen Werken blockieren.

<P>Der Betriebsrat will nicht über Stellenabbau an einzelnen Standorten verhandeln, sondern nur über ein Gesamtpaket zur Kostensenkung. "Die Planzahl von 10 000 Arbeitsplätzen wird von uns nicht akzeptiert", betonte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nach einer außerordentlichen Sitzung des Opel-Aufsichtsrats in Rüsselsheim.<BR><BR>"Die Produktion geht erst weiter, wenn die Signale heißen: Der Abbau von 4000 Arbeitsplätzen ist vom Tisch, keine betriebsbedingten Kündigungen und Erhalt des Werks über 2010 hinaus", sagte der Bochumer Betriebsrat Lothar Marquardt. Auf dem Betriebsgelände protestierten rund 3500 Arbeiter gegen die Pläne des Mutterkonzerns General Motors (GM). Das europäische Verteillager war ebenfalls stillgelegt. Nach Darstellung der Arbeiter können die Opel-Werke in Antwerpen, Ellesmere und Gliwice ohne Zulieferung aus Bochum nur vier Tage produzieren. Ein Stillstand der europäischen Werke würde GM bis zu 30 Millionen Euro pro Tag kosten, hieß es.<BR><BR>GM will bei seinen europäischen Töchtern Opel, Saab und Vauxhall innerhalb von zwei Jahren bis zu 12 000 der mehr als 60 000 Stellen streichen, um die jährlichen Fixkosten um 500 Millionen Euro zu senken. Nach Informationen des ZDF will Opel im Stammwerk Rüsselsheim die geplanten 4000 Stellenstreichungen zur Hälfte in der Entwicklung umsetzen. Auf die Produktion entfielen 1200 Jobs und 800 auf die Verwaltung. Opel beschäftigt rund 33 000 Mitarbeiter in Deutschland. Auch das Komponenten- und Motorenwerk in Kaiserslautern ist nach Angaben des Betriebsrats von dem Aderlass betroffen, nicht jedoch das neueste Werk in Eisenach.<BR><BR>Franz lehnte Entlassungen und Werksschließungen erneut ab. Man sei aber zu Zugeständnissen bereit. "Ohne Personalabbau werden wir aus dieser Situation nicht herauskommen", räumte er ein. Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster sagte, man würde nun konkrete Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen. Termine wurden nicht genannt. "Mir ist daran gelegen, gemeinsame Lösungen für das Problem zu entwickeln." Zur geplanten Streichung von 10 000 Arbeitsplätzen sagte Forster: "Es geht hier nicht um ein Dogma." Streiks halte er aber für nicht förderlich. Ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sagte, beide Seiten seien sich einig, betriebsbedingte Kündigungen vermeiden zu wollen.<BR><BR>Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) sprach sich gegen einen Arbeitskampf aus. Er werde sich dafür einsetzen, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen komme, sagte Steinbrück. Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, forderte "Das ist nicht dramatisch,<BR>sondern katastrophal."<BR><BR>Ottilie Scholz, Bochums Bürgermeisterin forderte die Opel-Arbeiter auf, an die Bänder zurückzukehren. Er könne den Schock verstehen, doch der Ausstand schaffe zusätzliche Unsicherheit<BR><BR>Für die Stadt seien die möglichen Folgen des Arbeitsplatzabbaus noch gar nicht genau abschätzbar, betonte Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) auf WDR2: "Das ist nicht dramatisch, sondern katastrophal." Zusammen mit dem Stadtoberhaupt von Rüsselsheim wolle sie noch einmal auf den Opel-Vorstand zugehen.<BR></P>

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