Beim 3,0-Liter-Diesel

Abgas-Affäre: Neue Vorwürfe gegen Audi

Washington/Berlin - In der Abgas-Affäre gerät einem Zeitungsbericht zufolge auch die Volkswagen-Tochter Audi immer stärker unter Druck.

Die US-Behörden hätten beim 3,0-Liter-Diesel von Audi drei nicht genehmigte Software-Programme entdeckt, berichtet die "Bild am Sonntag". Demnach schaltet sich die Abgasreinigung bei Fahrzeugen mit dem großen TDI-Motor nach rund 22 Minuten einfach ab. Messverfahren zur Ermittlung der Abgaswerte dauern in der Regel knapp 20 Minuten.

Eine ähnliche zeitliche Abschaltung entdeckte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vor wenigen Monaten auch bei dem Autohersteller Fiat und leitete ein Prüfverfahren bei der EU-Kommission ein. Auf Anfrage der Zeitung sagte ein Audi-Sprecher, dass technische Details aufgrund des laufenden Verfahrens in Amerika nicht kommentiert würden.

Im Abgas-Skandal um Volkswagen hatte ein US-Bundesrichter Ende Juni vorläufig einen Milliardenvergleich mit den US-Behörden gebilligt, der sich auf rund 480.000 Wagen mit Zwei-Liter-Motoren bezieht. Dabei hatte sich Volkswagen zur Zahlung von insgesamt 14,7 Milliarden Dollar (rund 13,3 Milliarden Euro) bereit erklärt - das meiste Geld ist für die Entschädigung betroffener Kunden vorgesehen. Was die Audi-Motoren angeht, stocken die Verhandlungen.

Einen ersten Lösungsvorschlag für die betroffenen 85.000 Autos lehnte die kalifornische Umweltbehörde Carb vor drei Wochen ab. Audis Plan sei unvollständig und unzureichend, gesetzliche Standards zu erreichen, hieß es. Am Mittwoch müssen die Audi-Manager erneut bei einer Anhörung der US-Umweltbehörden antreten, hieß es in dem Bericht. Intern wird laut "BamS" mit einer erheblichen Strafzahlung gerechnet.

Volkswagen sieht sich mit zahlreichen Klagen in verschiedenen Ländern konfrontiert, seit der Konzern im September einräumen musste, dass in Millionen Dieselautos eine illegale Software eingebaut wurde, die bei Tests künstlich den Abgasausstoß verringert.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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