+
Sauberes Fiat-Logo: Nach Darstellung der Deutschen Umwelthilfe überschreitet der Autobauer bei einem Modell deutlich die Grenzwerte für den Stickoxidausstoß.

Umwelthilfe: Stickoxid-Verstöße auch bei Italienern

Abgas-Skandal: Jetzt geht's auch Fiat an den Kragen

Berlin - Der Abgasskandal ist aus Sicht von Umweltschützern nicht nur ein Problem von VW. Auch Fiat ist jetzt bei den Kontrolleuren im Visier. Die Umwelthilfe macht auch den Italienerin eindeutige Vorwürfe.

Auch der Autobauer Fiat überschreitet nach Darstellung der Deutschen Umwelthilfe bei einem seiner Modelle deutlich die Grenzwerte für den Stickoxidausstoß.

Messergebnisse des Vereins für den Geländewagen Fiat 500X 2.0 Diesel lagen demnach um das 11- bis 22-fache über den zulässigen Höchstwerten, wie die Umwelthilfe am Dienstag in Berlin mitteilte. Der Hersteller Fiat kündigte eine Stellungnahme an.

Das Unternehmen hatte kürzlich nach einer internen Untersuchung erklärt, seine Dieselautos hielten im vorgeschriebenen Testzyklus NEFZ die Grenzwerte ein. In diesem Zyklus wurden laut Umwelthilfe auch die Werte des Fiat 500X auf dem Rollenprüfstand der Berner Fachhochschule geprüft.

Test zeigt sehr hohe Stickoxid-Emissionen

 Bei Tests mit einem betriebswarmen Motor seien aber sehr hohe Stickoxid-Emissionen festgestellt worden, widersprach Projektleiter Axel Friedrich. Nur zwei Messungen mit kalten Motor hätten relativ niedrige Werte nahe dem Euro-6-Grenzwert ergeben. "Wir standen erneut vor fassungslosen Prüfern", sagte Friedrich.

Der Verein hatte in den vergangenen Monaten ähnliche Vorwürfe zu Modellen von Opel, Mercedes und Renault erhoben. Die Autobauer erklärten jeweils, die Grenzwerte einzuhalten. "Es ist nicht das Problem eines Einzelnen", sagte Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch unter Verweis auf den Abgasskandal bei Volkswagen.

Bundesregierung und Behörden unternähmen zu wenig gegen Schummeleien bei Abgaswerten. "Wir brauchen eine Zerschlagung dieses industriell-politischen Komplexes", forderte Resch. Greenpeace warf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vor, den Abgasskandal aussitzen zu wollen und Daten von Nachmessungen unter Verschluss zu halten. Grüne und Linkspartei warnten vor Gefahren für Gesundheit und Klima.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Autobauer unter Kartellverdacht
In der Autoindustrie könnte sich der nächste Skandal anbahnen. Laut "Spiegel" haben Konzerne über Jahre hinweg Absprachen im Geheimen getroffen und Kunden geschädigt. …
Autobauer unter Kartellverdacht
VW-Chef Müller beklagt "Verunsicherung" - und stellt Forderung
Volkswagen-Chef Matthias Müller hat die Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos in deutschen Innenstädten beklagt und die Bundesregierung zu einer klaren Regelung …
VW-Chef Müller beklagt "Verunsicherung" - und stellt Forderung
Verschärfter Türkei-Reisehinweis hat kaum Auswirkungen
Meiden die deutschen Urlauber nach der politischen Eskalation jetzt wieder die Türkei? Zumindest der Reiseveranstalter FTI sieht dafür keine Anzeichen. Die Reisebranche …
Verschärfter Türkei-Reisehinweis hat kaum Auswirkungen
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Politik und die Konzerne ringen darum, wie der Schadstoff-Ausstoß bei Diesel-Fahrzeugen gesenkt werden kann - und wer die Kosten trägt. Der Verbraucherminister warnt, …
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen

Kommentare