Kampf gegen Schummelsoftware

Abgasskandal: TÜV will Fahrzeugsoftware prüfen dürfen

Der TÜV-Verband will bei zukünftigen Kontrollen auch die Fahrzeugsoftware überprüfen dürfen, um besser gegen Schummelsoftware vorgehen zu können.

München - Der TÜV-Verband (VdTüv) hat seine Forderung bekräftigt, künftig bei Abgaskontrollen auch die Fahrzeug-Software prüfen zu dürfen. Eigene Erfahrungen der Prüfer sowie Studien hätten ergeben, dass mit der aktuellen Prüfordnung Defekte und Manipulationen bei modernen Fahrzeugen nicht verlässlich aufgedeckt werden können, berichtete das "Handelsblatt" am Montag. 

Demnach schrieb der VdTüv deshalb einen Brief ans Wirtschaftsministerium. Urheber der Manipulationen seien nicht nur die Autokonzerne; auch Transport- oder Taxiunternehmen nähmen defekte oder manipulierte Abgasanlagen in Kauf, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen, zitierte die Zeitung aus dem Brief.

Prüfer benötigen weitere Angaben der Autohersteller

Der VdTüv schätzt, dass dadurch tausende Euro pro Fahrzeug gespart werden können. "Das Nachsehen haben die Unternehmen, die ohne Schummelsoftware fahren und regelmäßig etwa den Dieselpartikelfilter reinigen". Für ihre Kontrollen bräuchten die Prüfer nur bestimmte Angaben der Autohersteller, auf die sie aber keinen gesetzlichen Anspruch haben. 

Zusätzliche Kosten für Verbraucher würden bei einer Ausweitung der Prüfung nicht entstehen, versichert der VdTüv. Der Verband schätzt, dass in Deutschland bis zu 4,5 Millionen Fahrzeuge mit defekter oder manipulierter Abgasreinigung fahren. Halter können beispielsweise illegal die Harnstoff-Einspritzung deaktivieren. Dadurch sparen sie zwar an dem Stoff, der Schadstoffausstoß steigt aber enorm.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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