+
Ein Sprecher des Ablesedienstleisters ista betonte, die Untersuchung des Kartellamtes habe keinen Marktmissbrauch festgestellt. Foto: -/Ista/dpa

Belebung gefordert

Ablesedienste: Kartellamt moniert fehlenden Wettbewerb

Mehr Wettbewerb zwischen den Anbietern von Ablesediensten soll Wohnungsmieter künftig entlasten. Das Bundeskartellamt hat die Marktmacht der Firmen in dem Bereich kritisiert und gesetzliche Maßnahmen gefordert. Die Wohnungswirtschaft begrüßt solche Schritte.

Bonn (dpa) - Wenige Anbieter, lange Vertragslaufzeiten und ein überteuerter Wechsel: Das Bundeskartellamt hat den fehlenden Wettbewerb bei Ablesediensten von Heiz- und Wasserkosten moniert und Empfehlungen zur Verbesserung vorgelegt.

Damit könnten für Mieter künftig die Betriebskosten niedriger ausfallen. Einige große Unternehmen beherrschten den Markt und ein Anbieterwechsel sei stets mit hohen Kosten verbunden, erklärte der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, bei der Vorstellung des Abschlussberichtes einer Marktuntersuchung.

"Es ist ein Grundproblem, dass die Kosten für das Ablesen in der Regel vom Mieter getragen werden, die Auswahl und die Beauftragung des Ablesedienstes hingegen der Vermieter trifft". Eine Belebung des Wettbewerbs könne im Ergebnis dazu führen, dass die Verbraucher weniger bezahlen müssen, betonte Mundt.

Ein Sprecher des Ablesedienstleisters ista betonte, die Untersuchung des Kartellamtes habe keinen Marktmissbrauch festgestellt und erwartungsgemäß ergeben, dass die Anbieter sich wettbewerbskonform verhalten hätten. "Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, praxisnahe und wirtschaftliche Lösungen für Vermieter und Mieter anzubieten", hieß es in einer Erklärung.

Die Wohnungswirtschaft GdW begrüßte die Ergebnisse der Untersuchung des Kartellamtes: Messen dürfe keine Selbstzweck sein, den Kosten sollte ein angemessener Nutzen gegenüber stehen, hieß es in einer Stellungnahme. In den vergangenen Monaten sei bereits durch die Untersuchung des Kartellamtes "deutlich Bewegung in den Markt gekommen". Bei teilweise sehr unterschiedlichen Preisabschlüssen seien verstärkt Preisanpassungen nach unten zu beobachten gewesen. Das komme den Mietern zugute.

Nach weiteren Angaben des Kartellamtes erzielten die Unternehmen in Deutschland 2014 mit Ablesediensten ein Umsatzvolumen von knapp 1,5 Milliarden Euro. Auf die beiden Marktführer Techem und ista entfielen zusammen über 50 Prozent des Gesamtvolumens und auf die größten fünf Anbieter insgesamt über 70 Prozent.

Zu den wichtigsten Wettbewerbshemmnissen zählt das Kartellamt auch die langen Vertragslaufzeiten, die unter anderem auf unterschiedliche Eichfristen für Zählerarten zurückzuführen seien. Zum Abbau der Wettbewerbshemmnisse empfahl die Behörde unter anderem die Vereinheitlichung von Zählern und Eichfristen sowie eine verbesserte Transparenz für Wohnungsmieter.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Globale Risiken dämpfen Hoffnung auf Top-Konjunktur
Noch zum Jahresanfang waren die meisten von ihnen geradezu euphorisch gewesen - inzwischen macht sich bei Volkswirten deutscher Großbanken zum Thema Konjunktur eine …
Globale Risiken dämpfen Hoffnung auf Top-Konjunktur
EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen
Nach den protektionistischen Tönen aus den USA rückt die EU mit alten Handelspartnern näher zusammen, in diesem Fall Mexiko. Man glaube an offenen und regelbasierten …
EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen
IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft
Washington (dpa) - Trotz allgemein guter Konjunkturaussichten hält der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Warnungen vor drohenden Gefahren für die Weltwirtschaft …
IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft
Elektrotechnik-Verband: Harter Wettbewerb um Fachkräfte
Frankfurt/Main (dpa) - Miteinander vernetzte Maschinen, "intelligente" Häuser, Elektroautos: Diese digitalen Trends werden nach Ansicht von Experten dazu führen, dass …
Elektrotechnik-Verband: Harter Wettbewerb um Fachkräfte

Kommentare