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Geschenke zum Abschied: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU, l.) lobte Sparkassenpräsident Theo Zellner.

Abschied von Theo Zellner

Bayerischer Sparkassen-Präsident hört auf

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München - Führungswechsel beim Sparkassenverband: Theo Zellner wurde als Präsident verabschiedet und erntete Lob vom Ministerpräsidenten.

Eine seiner Qualitäten – zumindest laut Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) – musste Sparkassenpräsident Theo Zellner am Montag noch einmal häufig unter Beweis stellen: seine „Handschlagsmentalität“. Hunderte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und vor allem natürlich von den 71 bayerischen Sparkassen waren gekommen, um Zellner noch einmal die Hand zu schütteln, bevor er am Mittwoch aus dem Amt scheidet. Der Ministerpräsident meinte mit der Handschlagsmentalität freilich etwas anderes: „Ehrliche Arbeit und Handschlagsmentalität, Substanz statt Show, das verkörpert Theo Zellner“, lobte Seehofer. „Man konnte sich immer auf Dein Wort verlassen.“

Seehofer muss es wissen. Er hat lange und zäh mit Zellner über die Beteiligung der Sparkassen an den Kosten für die Landesbank-Rettung verhandelt. „Wir hatten eigentlich ausschließlich schwierige Situationen“, sagte Seehofer. „Da war eine Nacht in der Staatskanzlei dabei, die Koalitionsverhandlungen in Berlin in nichts nachstehen.“ Zellner sei „eine Persönlichkeit, ein Typ“, der begriffen habe, dass die einzige Währung, die heute etwas zähle, das Vertrauen sei.

Auch der deutsche Sparkassenpräsident und ehemalige bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) lobte Zellner als „verdammt zähen Verhandlungspartner“. Zellner selbst sagte, er gehe ohne Wehmut, aber doch nachdenklich. „Es galt, die bayerischen Sparkassen aus einer Imagekrise herauszuführen“, sagte er. Das sei gelungen. „Mit Erreichen des 65. Lebensjahres ist man für einen Tribünenplatz noch zu jung“, sagte Zellner. Er will deshalb nicht ganz aufhören, sondern wechselt an die Spitze des Bayerischen Roten Kreuzes. Zellner dankte seiner Frau Inge für ihr Verständnis. „Ich muss Dir leider sagen, dass ich auch künftig selten zuhause sein werde.“

Zellner übergibt an den Kemptener Oberbürgermeister Ulrich Netzer, der künftig bayerischer Sparkassenpräsident sein wird. Netzer betonte in seiner Antrittsrede, dass die bayerischen Sparkassen vor allem im gemeinsamen Auftreten Chancen hätten. „Nur gemeinsam geht es“, sagte Netzer. Die Sparkassen seien ein entscheidender Bestandteil der europäischen Finanzwirtschaft. Diesen Status wolle er in seinem neuen Amt gegen alle Widerstände verteidigen.

Philipp Vetter

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