Zum Abschied herbe Kritik vom EZB-Chef

- Lissabon - EZB-Präsident Wim Duisenberg ist zum Abschluss seiner fünfjährigen Amtszeit mit den Defizit-Sündern in der Währungsunion nochmal hart ins Gericht gegangen. Mit großer Sorge beobachte die Europäische Zentralbank, dass die meisten Länder ihre haushaltspolitischen Ziele heuer "beträchtlich" verfehlten. Das sei beunruhigend. Die Aussichten für 2004 seien auch nicht vielversprechend, rüffelte Duisenberg nach der Sitzung des EZB-Rates in Lissabon. Der Leitzins bleibt wie erwartet bei 2,0 %.

<P>Der Niederländer forderte die Regierungen erneut auf, den Stabilitätspakt "hundertprozentig" einzuhalten. Nur so könne das Vertrauen in die Währungsunion erhalten werden. Eine Reihe der Mitgliederstaaten habe zu wenig unternommen, um die hohen Defizite zu begrenzen.</P><P>Das aktuelle Niveau des wichtigsten Leitzinses zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld von 2,0 % hält die EZB für angemessen. Damit deutete Duisenberg an, dass in absehbarer Zeit nicht mit einer Senkung zu rechnen ist. Mittelfristig bestehe keine Gefahr für die angepeilte Preisstabilität von 2 %. Der gestiegene Wechselkurs des Euro wirke zudem dämpfend auf den Preisdruck. Ein gewisses Risiko gehe allerdings von höheren Lebensmittelpreisen in Folge der Dürre aus. Die Konjunktur-Aussichten der Eurozone beurteilt er positiv.</P><P>Zum Ende seiner Präsidentschaft sagte Duisenberg, die EZB habe sich in den vergangenen fünf Jahren zu einer der transparentesten Zentralbanken entwickelt. Auch für seinen Nachfolger Jean-Claude Trichet hatte der 68-Jährige noch einen Rat: Er solle "alles genauso machen wie ich".</P>

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