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Abwehrkampf gegen Übernahme: Continental rüstet weiter auf

Hannover - Der Autozulieferer Continental rüstet im Abwehrkampf gegen eine drohende Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe weiter auf. Der DAX-Konzern verstärkte erneut sein Berater-Team.

Wie am Mittwoch aus Finanzkreisen verlautete, beraten nun auch die US- Großbank Bank of America und die französische Bank BNP Paribas die Conti-Führung. Mit im Team sind bisher bereits die Institute Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan, HSBC sowie die Deutsche Bank. Conti lehnt eine Übernahme durch Schaeffler ab. Als Optionen im Abwehrkampf gelten etwa die Suche nach einem "weißen Ritter" - einem freundlich gesonnenen Großinvestor - sowie eine Kapitalerhöhung.

Die Conti-Führung hatte den von Schaeffler angebotenen Preis von 70,12 Euro pro Aktie strikt abgelehnt. Der Konzern aus Hannover mit derzeit rund 150 000 Beschäftigten weltweit hatte einen deutlich höheren Preis und eine Begrenzung der Schaeffler-Beteiligung auf 20 Prozent gefordert. Das wesentlich kleinere Familienunternehmen Schaeffler aus Herzogenaurach dagegen hatte das Ziel bekräftigt, mehr als 30 Prozent der Anteile zu erwerben.

Am kommenden Mittwoch (13.8.) soll nach Angaben aus Branchenkreisen der Conti-Aufsichtsrat zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Dabei wolle der Vorstand mögliche Abwehrmaßnahmen erläutern. So gebe es auf der Suche nach einem "weißen Ritter" eine "Handvoll Interessenten".

Unterdessen sagte ein Wirtschaftsrechtler, eine mögliche Kapitalerhöhung bei Conti könnte eine unzulässige "Giftpille" sein. "Eine Kapitalerhöhung wäre insbesondere im Zusammenhang mit dem Einstieg eines "weißen Ritters" problematisch", sagte Prof. Walter Bayer von der Universität Jena in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Generell seien die Abwehrmöglichkeiten von Conti eingeschränkt.

Die Conti-Hauptversammlung im April 2008 hatte eine Kapitalerhöhung von bis zu zehn Prozent grundsätzlich genehmigt. Der Aufsichtsrat müsste einer Kapitalerhöhung zustimmen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen. Bayer sagte, zwar könne Conti argumentieren, eine Kapitalerhöhung wäre grundsätzlich vernünftig, etwa zur Schuldentilgung. "Aber als reine Abwehrmaßnahme wäre eine Kapitalerhöhung rechtlich unzulässig."

Schaeffler ist mit einem Anteil von acht Prozent bereits größter Conti-Aktionär und hat nach eigenen Angaben über umstrittene Finanzgeschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent. Bei einer Conti- Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Alt-Aktionäre könnte dies negative Auswirkungen auf den Schaeffler-Anteil haben, sagte Bayer. Der Anteil würde verwässert werden, die Übernahme könnte teurer werden. Schaeffler würde im Falle einer Kapitalerhöhung vermutlich versuchen, deren Wirksamkeit mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern.

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