Abzocke im Internet: Dubiose Agenturen plündern das Konto

- Eine neue Betrugsmasche aus dem Internet macht zurzeit in Bayern die Runde. Das Landeskriminalamt warnt vor dubiosen Geschäfts- und Nebenverdienstangeboten per E-Mail, durch die in Deutschland bisher vier Interessenten insgesamt rund 28 000 Euro verloren haben. Weitere Schadensfälle sind nicht bekannt, die Ermittler rechnen aber mit einer hohen Dunkelziffer.

Einfache Masche

Die Masche an sich ist relativ einfach und immer dieselbe. Eine russische Heirats- oder Jobvermittlungsagentur meldet sich per E-Mail. Sie suche für einen russischen Kunden auf diesem Weg einen Interessenten in Deutschland, der sein Girokonto für eingehende Überweisungen aus dem Ausland zur Verfügung stellt, so das Anschreiben. Die Aufgabe des Kontaktierten bestehe darin, die eingehende Geldsumme möglichst schnell von seinem Konto wieder abzuheben und als Barüberweisung an den Kunden in Russland weiterzuleiten. Die Überweisung, so der Text, gehe dazu über die Western Union Bank an die Agentur.Verlockende Provision

Die Angeschriebenen werden damit gelockt, dass sie zehn Prozent der Überweisungssumme behalten dürften. Als weiterer Anreiz werden mehrere höhere Überweisungseingänge und damit mehrfach Provisionen in Aussicht gestellt.Überweisung gefälscht

Bald stellt sich jedoch heraus, dass der Überweisungsträger der Erstaktion gefälscht ist. Durch die Barauszahlung hat aber die Bank das Konto mittlerweile belastet. Der Hereingelegte bleibt auf den Kosten sitzen.Die Auftraggeber

Die angeblichen Agenturen wechseln ständig ihre Namen. Aufgetaucht sind schon "Group LTD", "Best-Dating" und "infodating". Natürlich ist keines dieser Unternehmen in einem offiziellen Verzeichnis zu finden.Lage in Bayern

"Bei der örtlichen Polizei und bei uns haben sich einige Leute gemeldet, die eine solche E-Mail bekommen haben", berichtet Detlef Puchelt vom LKA Bayern. Schadensfälle gebe es aber im Freistaat noch nicht. Zumindest wisse das LKA von keinen. Geschädigte sollten sich bei der Polizei melden.Spur führt ins Leere

Trotz aller Hinweise von Betroffenen: "Es ist so gut wie ausgeschlossen, die Täter zu finden", erklärt Puchelt. Die nach Russland führenden Spüren würden sich irgendwann im Nichts verlieren.Was tun ?

Das LKA rät, E-Mails mit dieser Masche und mit ähnlichen Inhalten, die mit hohen Gewinnen oder Provisionen ködern, sofort zu löschen. "An die Polizei weiter schicken macht keinen Sinn, dadurch werden die E-Mails sogar noch mehr verbreitet", sagt Puchelt. Wird jedoch eine neue Masche entdeckt, sollten die Beamten verständigt werden. "Nur durch diese Hinweise können wir vor neuen Gefahren warnen."

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