Abzocker verlangen für angeblichen Kreditvertrag Geld per Nachnahme

- Der schnelle Kredit ohne großes Nachfragen von der Bank - das wünscht sich so mancher Verbraucher. Dabei fallen etliche Bürger auf unseriöse Finanzfirmen rein, die gezielt Verbraucher anschreiben. Eines der Opfer war Max H., ein Rentner aus Niederbayern.

<P>An sich keine große Sache, Max H. wollte nur 1500 Euro für eine neue Sitzgarnitur aufnehmen. Da war es gerade recht, dass ein an ihn adressierter Werbebrief der Firma Swiss Finance Consult AG aus Sankt Gallen ins Haus flatterte. "Ein Schweizer Kredit ohne Schufa-Auskunft und das ganz bequem von zu Hause aus", dachte sich der Ruheständler. </P><P>Nachdem er das Formular mit ein paar Angaben zurückgeschickt hatte, bekam er postwendend die 1500 Euro "genehmigt". Der "Hauptvertrag" kam wenig später mit der Post per Nachnahme. Max H. zahlte die 158 Euro und schickte den Vertrag unterschrieben zurück. In den 158 Euro sei auch die Vermittlungsprovision für Swiss Finance enthalten. Doch statt des erwarteten Geldes wurde ein weiterer Vertrag ("damit meine Finanzen saniert werden") geschickt. Mit diesem "Finanzsanierungsvertrag" bietet ihm plötzlich die Firma R & S GmbH aus Bad Aibling an, ihm - ebenfalls gegen Vorkasse von 150 Euro - bei der Regulierung seiner Schulden zu helfen.<BR><BR>Als ihm schwante, dass er reingelegt worden war, wandte Max H. sich an die Verbraucherschutzzentrale und schrieb einen bösen Brief an Swiss Finance. <BR>Diese zeigte sich dann auch kulant und schickte einen Scheck über 158 Euro zurück. Max H. reichte diesen bei seiner Bank ein. Die böse Überraschung kam erst drei Woche später, als ihm seine Bank mitteilte, dass der Scheck gesperrt sei. Zusammen mit den Rückbuchungsgebühren wurde das Konto des Rentners mit 234 Euro belastet.<BR><BR>Nicolas Peerenboom, der für die Fernseh-Sendung "Plusminus" recherchierte, kam dabei zu folgendem Ergebnis: "Es scheint ein organisiertes Geflecht von Firmen und Personen zu geben, die planmäßig Kreditsuchende täuschen und dafür Provisionen kassieren. Nicht nur die Swiss Finance Consult AG schickt den Verbrauchern irreführende Offerten ins Haus. Auch die Firma Alpha Finanzsanierungs GmbH aus Neumarkt in Österreich und die Firma EURO Finanz Consult AG aus Zürich sind hier offenbar aktiv." Alle drei Vermittlerfirmen haben laut Peerenboom fast identische Geschäftsbedingungen und vermitteln ihre Kunden zum Teil an dieselben "Regulierer".<BR><BR>Staatsanwalt ermittelt in etwa 2000 Fällen<BR><BR>Die Alpha Finanzsanierungs GmbH aus Neumarkt sucht gezielt nach "Kundschaft". Per "Sonderprogramm" werden 1500 bis 50 000 Euro "und mehr!" angeboten. Auch Kunden, denen üblicherweise keine Bank mehr Geld geben will, wie einer alleinerziehenden Sozialhilfeempfängerin mit vier Kindern aus Berlin. Sie erhielt prompt eine Zusage über 7000 Euro. Der Originalvertrag liege zur Übergabe im Büro in Österreich bereit, berichtete die Berliner Zeitung "Mieter Echo". Er könne aber auch "gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr für sämtliche angefallenen Kosten und Gebühren in Höhe von 353 Euro per Nachnahme" zugeschickt werden.<BR><BR>Ein Vermittler, Karl-Heinz S., Inhaber der R & S, sitzt in Untersuchungshaft. Geschädigte aus ganz Deutschland haben bisher 80 Strafanzeigen erstattet. "Die Anzahl der Geschädigten ist deutlich höher", sagte Gerhard Bauer von der Staatsanwaltschaft Traunstein/Rosenheim. Die Staatsanwaltschaft in Rosenheim, bei der ein Sammelverfahren läuft, gehe von 2000 Betrugsfällen mit einem Schaden von - derzeit noch - 500 000 Euro aus.<BR></P>

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