Achillesferse der Wirtschaft schützen

- Ottobrunn - Das Unternehmen vor den Toren Münchens betreibt die Transrapid-Versuchsanlage im Emsland. Es prüft bei Dresden die Struktur des neuen Riesen-Airbus A380. Es testet und entwickelt für die Auto-Industrie und die IT-Branche. Das Technologiezentrum, das die IABG (Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft) für 28 Millionen Euro zwischen Ottobrunn und Taufkirchen baut, könnte ein Beispiel geben, wie die Wirtschaft künftig ihre Achillesferse schützen kann.

<P>Die moderne Informationstechnik in Unternehmen ist Angriffen ausgesetzt. Nicht nur Hacker, Viren und Würmer bedrohen sie. Auch ohne diese Mittel haben Angreifer leichtes Spiel. Denn nahezu alle Bauteile, aber auch Leitungen, haben eine Nebenwirkung: Sie senden. Datenströme eines Computers können leicht von Unbefugten verwertet werden. Man muss nur wissen, wie man sie empfängt.</P><P>Der Schutz vor solchen Angriffen wird für die Wirtschaft immer wichtiger. Abstrahlsicherheit nennt IABG-Geschäftsführer Rudolf Schwarz gegenüber unserer Zeitung eines der Ziele, die mit dem neuen Gebäude erreicht werden sollen. Das ist lebenswichtig für ein Unternehmen, das wie die IAGB - etwa bei Verteidigungsaufträgen - in gefährdeten Bereichen arbeitet und auch andere in IT-Sicherheitsfragen berät.</P><P>Die entsprechende Sicherheitseinrichtung ist am bisherigen Standort nur mit kaum vertretbarem Aufwand zu gewährleisten. Denn die von der IABG angemieteten Gebäude liegen verstreut und in enger Nachbarschaft mit anderen Firmen.</P><P>Nicht nur die notwendigen technischen Schutzeinrichtungen sind in einem neuen Gebäude leichter unterzubringen. Auch die Lage auf eigenem Grund mit großem Abstand zu anderen Gebäuden erschwert Eindringlingen einen Angriff.</P><P>Dazu schafft die Zusammenlegung in einem Zentrum für das Unternehmen selbst bessere Bedingungen. Den 500 Mitarbeitern werden im kompakten Neubau Wege erspart. Die Experten sitzen künftig näher beieinander. </P><P>Kommunikation wird für einen Technologie-Dienstleister immer wichtiger, nicht nur zwischen den Mitarbeitern, sondern auch als Geschäftsfeld - vor allem für Behörden als Kunden. Denn damit hat die IABG jahrzehntelange Erfahrung. Sie wurde 1961 als staatliche Analyse- und Testeinrichtung für die Luftfahrtindustrie und das Verteidigungsministerium gegründet. Nach der zunächst wenig erfolgreichen Privatisierung übernahmen eigene Manager die IABG und brachten sie wieder auf die Erfolgsspur. Auch das Kundenspektrum wuchs: Waren Anfang der 90er-Jahre 90 Prozent des Geschäfts Wehraufträge, sind es mittlerweile, so Schwarz, nur noch 35 bis 40 Prozent.</P><P>Auch die Anforderungen ändern sich. "Die Mechanik tritt in den Hintergrund, die Elektronik wird immer wichtiger", sagt Schwarz vor allem mit Blick auf die Auto-Industrie, einer der wichtigsten Kundengruppen. Entsprechend ändern sich auch die Anforderungen ans Personal: weniger Maschinenbauer, mehr Elektroniker. Auch wenn der Neubau des Technologiezentrums für 500 Mitarbeiter nicht unmittelbar mit einem Personalaufbau verbunden ist, kann mittelfristig damit gerechnet werden. Denn neben den 18 000 Quadratmetern nutzbarer Fläche, die der jetzt begonnene Bau hat, sind weitere 17 000 Quadratmeter vorgesehen.</P>

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