Ackermann berührt und ermutigt, Anleger von Zahlen enttäuscht

- Frankfurt - Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal aufgrund eines schwachen Handelsgeschäfts die Erwartungen der Börsianer nicht erfüllt. Der Gewinn nach Steuern lag mit 656 Millionen Euro zwar um 15 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums, aber unter den Prognosen der Analysten (776 Mio. Euro) und auch deutlich unter dem Nettogewinn im ersten Quartal (941 Mio. Euro). Vorstandssprecher Josef Ackermann machte dafür äußere Umstände verantwortlich.

<P>"Im zweiten Quartal sahen wir uns zunehmend schwierigen Marktbedingungen gegenüber mit entsprechenden Auswirkungen auf unsere Erträge", sagte er. Besonders betroffen sei der Handel mit Wandelanleihen. Er bezeichnete die Zahlen des größten deutschen Finanzhauses dennoch als "solides Quartalsergebnis".<BR>Die Aktie der Deutschen Bank war klarer Tagesverlierer im Dax. Der Kurs ging um bis zu 4,21 Prozent zurück und schloss bei 57,75 Euro.<BR><BR>"Der Zuspruch, der mir seit Beginn der Verhandlung zuteil wurde, hat mich sehr berührt und ermutigt."<BR>Josef Ackermann</P><P>"Die stärker als erwartet gesunkenen Erträge konnten durch die Kosteneinsparungen nicht kompensiert werden", sagte Andreas Weese, Analyst beim Konkurrenten HypoVereinsbank. Die Zahlen hätten enttäuscht, obwohl die Erwartungen niedrig gewesen seien, meinte ein Händler. Ackermann bedankte sich in einem Brief an die Aktionäre für die Unterstützung während des Mannesmann-Prozesses: "Der Zuspruch, der mir seit Beginn der Verhandlung aus der Deutschen Bank, von Kunden, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und von Aktionären zuteil wurde, hat mich sehr berührt und ermutigt." Das Düsseldorfer Landgericht hatte Ackermann und weitere Angeklagte in der vergangenen Woche vom Vorwurf der schweren Untreue freigesprochen. Sie waren beschuldigt worden, umstrittene Millionen-Prämien an frühere Mannesmann-Manager abgesegnet zu haben. Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Rolf-E. Breuer sagte der "Financial Times Deutschland", er sehe das Finanzhaus bei der Konsolidierung der europäischen Bankenlandschaft in der Käuferrolle. Die Rivalen HypoVereinsbank und Commerzbank könnten hingegen von ausländischen Banken übernommen werden. Breuer rechnet damit, dass die Vorstandsposten der Bank künftig verstärkt mit ausländischen Managern besetzt werden: "Sie können auch Vorstandsvorsitzender und Finanzchef werden, wenn sie respektieren, woher wir kommen." Dabei übersah Breuer offenbar, dass mit dem Schweizer Ackermann bereits heute ein Ausländer an der Spitze der Bank steht.<BR><BR>Ackermann betonte, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien "durch steigende Zinsen, sich abkühlende Wachstumsraten in wichtigen Volkswirtschaften und einen stetig steigenden Ölpreis" erschwert worden. <BR></P><P> </P>

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