Ackermann: Deutsche Bank bleibt in Frankfurt

- Frankfurt - Dass der Schweizer, der lange an der Themse für die Deutsche Bank gearbeitet hat, nicht am Standort Frankfurt hängt, galt allgemein als ausgemacht. Auch bei den jüngsten Querelen in der Führungsspitze der Deutschen Bank gab es kaum Zweifel daran, dass Josef Ackermann die Zentrale des wichtigsten deutschen Geldinstituts lieber in London sehen würde, um von dort aus die Geschäfte zu führen.

<P>Doch nun kam aus dem Mund des Chefs der Deutschen Bank ein für viele überraschendes Bekenntnis zum Standort Deutschland. Mehr noch: Ackermann wird zum Kritiker der verbreiteten Standort-Nörgeleien.</P><P>"Wir erkennen nicht, welchen Respekt deutsche Unternehmen in der Welt genießen. Es ärgert mich, dass wir uns laufend durch Nestbeschmutzung selbst beschädigen", sagte der Schweizer Manager bei einer Feier der Frankfurter Hochschule für Bankwirtschaft (HfB). Außerdem appellierte Ackermann an Politiker und Unternehmen in Europa, an einem Strang zu ziehen: "Es geht darum, dass wir europäische Antworten auf die Hegemonie der USA finden."</P><P>Von Umzugsplänen ist nun keine Rede mehr. Das größte deutsche Finanzhaus denke nicht daran, Deutschland verlassen zu wollen. "Die Deutsche Bank geht doch nicht aus Frankfurt weg", sagte Ackermann. Es gebe nicht ein einziges Papier, das eine solche Alternative vorgeschlagen habe. </P><P>Doch nahm er auch die eigene Bank in Schutz und kritisierte die überwiegend negativen Schlagzeilen über seinen Arbeitgeber. Die Deutsche Bank habe sich im vergangenen Jahrzehnt zu einer weltweit geachteten Größe entwickelt. "Wir sind die Nummer eins in China, wir sind der siebtgrößte Arbeitgeber in Manhattan. Warum kann man das nicht mit Stolz zur Kenntnis nehmen?" Anderswo wundere man sich, warum die Deutschen zu so harscher Selbstkritik neigten, meinte der 56-Jährige. </P>

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