Ackermann lehnt angeblich Chefposten der Citigroup ab

Frankfurt/New York - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat einem Zeitungsbericht zufolge ein Angebot für den Chefsessel des größten US-Finanzkonzerns Citigroup ausgeschlagen.

Der 59-jährige Schweizer habe die Offerte mit der Begründung abgelehnt, er sei nicht verfügbar. Dies berichtete die "Financial Times" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf eine informierte Person. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Seit Wochen wird spekuliert, dass Ackermann zu den Kandidaten für die frei gewordenen Chefposten bei der Citigroup und dem Wettbewerber Merrill Lynch zählt. Die Vorstandschefs der beiden US-Banken, Citigroup-Chef Charles Prince und Merrill-Lynch-Chef Stan O'Neal, waren wegen Milliardenabschreibungen der Institute im Zuge der US-Immobilienkrise von ihren Ämtern zurückgetreten.

Ackermann selbst hatte sich zuletzt im November zu den Gerüchten über einen Wechsel nur indirekt geäußert. Er sei gerne in Deutschland, sagte er damals und betonte, die Deutsche Bank habe in schwierigen Phasen unglaublich hinter ihm gestanden. Er bekräftigte zudem frühere Äußerungen, dass er nicht über 2010 hinaus an der Bankspitze bleiben wolle. Dies hatte er in einem Interview mit dem "Spiegel" im Januar erstmals angekündigt. Er habe sich immer gesagt, dass im Alter von 62 Jahren sein aktives Berufsleben spätestens abgeschlossen ist, sagte er dem Magazin. Damals betonte er auch, dass er nicht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wechseln wolle.

Favorit für den Spitzenjob bei der Citigroup ist nach der Absage Ackermanns laut "FT" nun der gegenwärtig für die Investmentsparte zuständige Citigroup-Topmanager Vikram Pandit. Pandit kam erst vor gut einem halben Jahr zu dem US-Institut. Er arbeitete früher als Investmentbanker bei Morgan Stanley. Früheren Medienberichten zufolge waren für die Chefposten beider US-Institute auch führende Manager wie etwa der Chef des weltgrößten Börsenbetreibers NYSE Euronext, John Thain oder AIG-Chairman Robert Willumstad im Gespräch. (dpa)

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