Ackermann sieht Ende der Finanzkrise in greifbarer Nähe

Frankfurt - Die Deutsche Bank will bei einer Neuordnung der deutschen Bankenbranche eine aktive Rolle spielen. Die deutsche Nummer Eins könne aus eigener Kraft wachsen, sei aber gleichzeitig "offen für sinnvolle Akquisitionen", sagte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann auf der Hauptversammlung.

"Sollte es zum Beispiel wirklich zu einer Bankenkonsolidierung in Deutschland kommen, werden wir nicht abseits stehen." Er betonte aber, eine Übernahme müsse dauerhaft Wert schaffen. "Wir schätzen unternehmerischen Mut, für Abenteuer aber sind wir nicht zu haben."

Als Übernahmekandidaten gelten Postbank und Citibank. Zuletzt hatte es Meldungen gegeben, die Deutsche Bank führe bereits Gespräche zum Kauf der Citibank, dem Deutschland-Geschäft der US-Citigroup. Mit einem weiteren Aktienrückkaufprogramm und der Möglichkeit zu einer Kapitalerhöhung wollte sich das Management von den Aktionären vorsorglich "die erforderliche Flexibilität" für künftige Geschäfte genehmigen lassen.

Neben einer Stärkung des Privatkundengeschäfts hält der DAX-Konzern unvermindert an dem von der Finanzmarktkrise besonders betroffenen Investmentbanking fest: "Wir sehen weiterhin große Chancen für unser Investmentbanking", sagte Ackermann. Der "One-Bank"-Ansatz habe den Härtetest bestanden. "Wir sind sicher, die Synergien zwischen unserem Investment Banking und unserem Privatkundengeschäft noch verstärken zu können." Zugleich verteidigte er das Engagement in den USA: "Es wäre ganz und gar unklug, wenn die Deutsche Bank in den USA abseits stünde."

Ackermann betonte, ein Ende der seit Sommer 2007 anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten sei absehbar. Allerdings erwarte er, dass "die Herausforderungen vorerst weiter dominieren". 2008 werde "insgesamt kein leichtes Jahr". Die Deutsche Bank war im ersten Quartal 2008 erstmals seit fünf Jahren in die Verlustzone gerutscht und wagt keine Prognose mehr für das Gesamtjahr. "Wir setzen alles daran, die kleine Delle zu Beginn dieses Jahres wieder glatt zu bügeln", sagte Ackermann.

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte kaum auf die Aussagen von Ackermann. Zuletzt lagen sie 0,94 Prozent im Plus bei 73,32 Euro. Händler bewerteten die Aussagen insgesamt als "nicht wirklich neu" und daher auch als kaum kursbewegend.

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