Ackermann verteidigt Stellenstreichungen

- Frankfurt - Auch nach der massiven Kritik hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die geplanten Stellenstreichungen trotz eines Milliardengewinns verteidigt. "Vielleicht bin ich ein zu ehrlicher Mensch", sagte Ackermann in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wir hätten natürlich nur einen schönen Gewinn vorzeigen können, und ohne die Kosten des Stellenabbaus wäre der noch schöner gewesen, und alle hätten applaudiert."

<P class=MsoNormal>Die Bank habe jedoch darauf hinweisen wollen, "dass es so nicht weitergeht und dass wir besser werden müssen, um mit den erfolgreichsten ausländischen Konkurrenten mithalten zu können".</P><P class=MsoNormal>Die Deutsche Bank hatte Anfang Februar auf ihrer Bilanzpressekonferenz die schon bekannten Zahlen bestätigt, nämlich 6400 Stellen zu streichen, davon 2300 in Deutschland. Gleichzeitig hatte das größte deutsche Geldinstitut für 2004 mit einem Jahresüberschuss von 2,5 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seit vier Jahren bekannt gegeben.</P><P class=MsoNormal>Mit dem Personalabbau sollen die Kosten gesenkt und der Gewinn weiter gesteigert werden. Politiker aller Parteien und Gewerkschaften hatten mit Empörung reagiert. Zur Forderung von Bundeskanzler Gerhard Schröder nach mehr sozialer Verantwortung sagte Ackermann: "Um sozial zu sein, muss man wettbewerbsfähig sein. Und das deutsche Bankensystem ist, trotz einiger Maßnahmen, die in die richtige Richtung gehen, im internationalen Vergleich noch nicht wettbewerbsfähig genug."</P><P class=MsoNormal>Im Gehaltsgefüge der Deutschen Bank ist Ackermann, der im Jahr 2003 mit 11,1 Millionen Euro laut "Spiegel" der bestverdienende Manager Deutschlands war, nach eigenen Angaben "die Nummer 14". "Wenn Sie einen Mittelstürmer haben, der viele Tore schießt, dann ist er mehr wert als der Trainer", sagte Ackermann dazu, dass er als Chef weniger verdiene als einige seiner Manager. Im Übrigen habe er in diesem und im vergangenen Jahr auf Geld verzichtet, das ihm vertraglich zugestanden hätte. "So unsensibel sind wir nicht."</P>

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