Ackermanns Triumph: Deutsche Bank schafft Traum-Rendite

- Frankfurt - Nach den Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen glänzt die Deutsche Bank jetzt mit einer Traumrendite. Vorstandschef Josef Ackermann verkündete Gewinnsprünge in Milliardenhöhe und eine Eigenkapitalrendite von 26 Prozent vor Steuern. Unter seiner Führung stieg die Rendite damit kontinuierlich: 2004 waren es 16 Prozent, ein Jahr zuvor 13 Prozent und 2002 nur 4 Prozent.

Vor allem das Investment Banking verhalf dem Bankkonzern zum Gewinnplus: Der Geschäftsbereich "Corporate und Investment Banking" steigerte das Vorsteuerergebnis um 57 Prozent auf das Rekordniveau von 4,8 Milliarden Euro. Im Bereich "Private Clients and Asset Management" (Geschäft mit Privatkunden, kleinen und mittleren Unternehmen und der Vermögensverwaltung) stieg das Vorsteuerergebnis um 17 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Inklusive weiterer Unternehmensbereiche stieg das gesamte Vorsteuerergebnis um 58 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Nach Steuern wurde ein Plus von 53 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro erzielt. Der Ertrag legte laut Ackermann - dessen Vertrag als Vorstandschef vom Aufsichtsrat am Vortag bis 2010 verlängert wurde - um 17 Prozent auf knapp 26 Milliarden Euro zu.

Ackermann erklärte auch, warum sein Vertrag auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden - statt Vorstandssprecher - verändert wurde. Der Sprecherposten sei vor allem international schwer vermittelbar gewesen, mitunter habe man ihn wegen seiner Funktion als "spokesman" für den Pressesprecher der Bank gehalten. Auf die Frage, ob er für den Fall eines Rücktritts im Zusammenhang mit dem Mannesmann-Prozess eine Abfindung ausgehandelt habe, sagte Ackermann wörtlich: "Wenn ich wegen Mannesmann zurücktrete, bekomme ich keinen Cent."

Im Gegensatz zum viel kritisierten Stellenabbau trotz Milliardengewinns im vergangenen Jahr verkündete Ackermann jetzt, in Deutschland sei die Bank wieder ertragsstark und investiere daher in Wachstum und neue Jobs. "Wir werden daher in diesem Jahr allein in Deutschland weit über 500 neue Arbeitsplätze in kundennahen Bereichen schaffen und wir werden über 600 jungen Menschen Ausbildungsplätze anbieten."

Für die Zukunft ist die Bank nach Einschätzung Ackermanns "hervorragend gerüstet". Das Haus sei in der Lage und setze alles daran, auch 2006 von einem voraussichtlich erneut freundlichen wirtschaftlichen Umfeld profitieren zu können. "Strategie, Wachstumsdynamik und Kostendisziplin stimmen." Die vorgelegte Bilanz des Jahres 2005 führte aber nicht zu seinem Kursplus an der Börse. Das Papier gab zeitweise um fast zwei Prozent ab.

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