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Pannenhilfe bleibt das Kerngeschäft des ADAC. Für Hilfeleistungen gab er 2012 fast die Hälfte seiner Beitragseinnahmen aus – insgesamt 322,9 Millionen Euro.

Unfallhilfe

ADAC erwartet Verlust und erhöht die Beiträge

München - Der ADAC erwartet im laufenden Jahr einen Verlust und erhöht deshalb die Beiträge. Erstmals seit zehn Jahren, rechtfertigt sich der Autoclub.

Der ADAC erhöht seine Mitgliedsbeiträge. Die klassische Mitgliedschaft kostet ab 2014 nicht mehr 44,50 Euro im Jahr, sondern 49 Euro, kündigte Peter Meyer, der Präsident des Autoclubs, gestern an. Das ist immerhin ein Aufschlag um 10,1 Prozent – allerdings der erste seit zehn Jahren. Eine MVV-Karte kostet heute 30 Prozent mehr als 2004, Oktoberfestbier stieg ebenfalls um 30 Prozent, rechnet Meyer vor. Doch der eigentliche Grund für den höheren Beitrag sind nach seinen Worten die rasant gestiegenen Kosten. Ein voll ausgestattetes Straßenwacht-Fahrzeug kostete, so Meyer, vor zehn Jahren 36 000 Euro. Heute seien es zwischen 50 000 und 54 000 Euro. Auch die Kraftstoffkosten des Clubs seien seit 2004 um 50 Prozent auf 8,3 Millionen Euro im Jahr gestiegen. Das führt dazu, dass der zweitgrößte Autoclub der Welt im laufenden Jahr mit einem Verlust von 8,7 Millionen Euro rechnet und nach eigener Einschätzung um die Erhöhung nicht herumkommt. Dafür gibt es für Mitglieder einige neue Rabatte: Paare – auch unverheiratete – zahlen künftig weniger. Auch der Nachwuchs muss im Rahmen der Familie nicht voll zahlen. Das gilt, wie der ADAC betont, auch für Patchwork-Familien.

Die Beiträge für die ADAC-plus Mitgliedschaft mit zusätzlichen Leistungen liegen noch nicht fest, weil darin Versicherungsdienste enthalten sind, die noch von der Bafin genehmigt werden müssen. Doch auch hier werde es entsprechende Vergünstigungen für Paare und Familien geben, kündigt Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC-Geschäftsführung an. Gleichzeitig will der ADAC seine Mitglieder auch mit mehr Leistungen über die Teuerung hinwegtrösten. Künftig werden Pannenfahrzeuge auch in weiter entfernte Orte kostenlos abgeschleppt. Und es gibt ab 2012 einen Unfallnotruf 24, der rund um die Uhr auch aus dem Ausland erreichbar ist.

Im November startet der Autoclub gemeinsam mit der Post auf fünf deutschen Strecken (darunter Frankfurt– Nürnberg–München und München–Stuttgart–Frankfurt–Bonn–Köln) den ADAC-Postbus. Den Fahrbetrieb übernehmen, so Meyer, „erfahrene mittelständische Busunternehmen“. Damit tritt der ADAC Befürchtungen des Bundesverbandes deutscher Busunternehmen entgegen, durch Monopolstrukturen würden Unternehmen aus dem Markt gedrängt. Preise für seinen Fernbus will der ADAC noch nicht nennen. „Wir wollen die besten sein, nicht die billigsten“, sagte Meyer gestern nur. Dabei strebt der ADAC an, ein Drittel des Marktes zu erobern.

Der ADAC hat im vergangenen Jahr seine Position als größter Verein in Deutschland noch ausgebaut. Er hat 2012 netto um 556 000 Mitglieder zugelegt – auf 18,4 Millionen. Auch wenn der Club fürs laufende Jahr nur einen Zuwachs von weiteren 430 000 erwartet, will er langfristig weiterwachsen. Vorbild ist der niederländische Verkehrsclub ANWB, der zwar nur vier Millionen Mitglieder hat – aber eben jeden vierten Niederländer in seinen Reihen. Erst bei 20 Millionen Mitgliedern wäre der ADAC vergleichbar weit.

Martin Prem

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