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ADAC untersucht Diesel-Nachrüstung

In Untersuchung errechnet

ADAC fordern von Auto-Herstellern: Dieselnachrüstung muss kommen

Die Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Dieselautos könnte aus Sicht des ADAC die Luftqualität in Stadtgebieten um bis zu 25 Prozent verbessern.

Stuttgart - Das hat der Automobil-Club in einer Untersuchung errechnet, am Dienstag in Stuttgart vorgestellt wurde. „Der Test hat die Fake News der Industrie endgültig wiederlegt: Hardware-Nachrüstung funktioniert“, sagte Dieter Roßkopf, Chef vom ADAC Württemberg. Der Verbraucher könne erwarten, dass die Hersteller die Verantwortung übernähmen. „Die Industrie muss lernen, dass eine Kundenbeziehung nicht mit dem Verkauf des Fahrzeugs beendet ist.“

Bei den vier Testfahrzeugen, die mit einem sogenannten SCR-System zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen ausgestattet wurden, lag demnach der Schadstoffausstoß anschließend innerorts um bis zu 70, außerorts sogar um bis zu 88 Prozent niedriger. Zum Vergleich: Das Software-Update, das die Autohersteller als Alternative anbieten wollen, soll eine Reduzierung von etwa 25 bis 30 Prozent bringen.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), dessen Ministerium die Hälfte der Kosten der Untersuchung getragen hatte, sieht die Hersteller deshalb in der Pflicht. „Sie haben immer gesagt: Geht nicht, funktioniert nicht, ist zu teuer. Jetzt ist bewiesen: Es geht, es funktioniert, es hat den doppelten Effekt wie eine Software-Nachrüstung.“ Seit Monaten stünden die Hersteller in der Kritik, sagte Hermann weiter, nun müssten sie die Verantwortung und auch die Kosten übernehmen.

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Der Preis dafür sollen bei rund 1.400 bis 3.300 Euro pro Fahrzeug liegen. Das bezweifeln die Autohersteller, sie gehen von höheren Kosten aus. Zudem warnt der Branchenverband VDA, die Umrüstung bedeute einen umfassenden Eingriff in das Steuerungssystem des Autos und in die Fahrzeugarchitektur. Zwei bis drei Jahre seien nötig, um zu prüfen, ob Qualität und Sicherheit bei der Nachrüstung gewährleistet seien, hieß es beim Autobauer Daimler, weil es zu den Auswirkungen solch eines Eingriffs auf die Fahrzeugeigenschaften noch keine langfristigen Erkenntnisse gebe.

dpa

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