Hersteller besuchen Aigner

ADAC rät vom Diesel-Kauf ab - Audi und BMW rüsten nach

Der ADAC rät bis auf weiteres vom Kauf neuer Diesel-Autos ab: Es sei besser, bis zum Herbst zu warten. Audi und BMW kündigen derweil Nachbesserung an.

Der ADAC rät bis auf weiteres vom Kauf neuer Diesel-Autos ab. "Unsere Empfehlung ist, mit einem Neuwagenkauf eventuell noch zu warten, bis im Herbst Modelle mit dem Standard Euro 6D auf den Markt kommen", sagte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker der Wochenzeitung "Die Zeit". Hintergrund sind die Debatten um Entschädigungen wegen manipulierter Abgaswerte sowie um Fahrverbote in Städten wegen hoher Stickoxid- und Feinstaubwerte.

Die Modelle mit dem Abgas-Grenzwert Euro 6D "müssen strengere Tests unter Realbedingungen bestehen, eben auch auf der Straße", sagte Becker weiter. Er forderte von den Herstellern zudem im Streit um die Abgas-Manipulationen "eine verbindliche Garantie, dass eine fehlgeschlagene Nachrüstung zu einer einklagbaren Haftung führt". Dazu sind die Hersteller in Deutschland bisher nicht bereit.

Becker wies darauf hin, dass viele Autofahrer angesichts der Debatte um Fahrverbote, Abschalteinrichtungen und drohende Preisverfälle zutiefst verunsichert seien: "Uns erreichen täglich hunderte, manchmal tausende Anfragen von Mitgliedern, wie man sich jetzt am besten verhalten sollte", sagte der ADAC-Vizepräsident. "Wer sich vor ein, zwei Jahren ein Auto gekauft hat, spürt jetzt schon Einbußen."

Auch Münchens OB Dieter Reiter hatte zuletzt laut über flächendeckende Diesel-Fahrverbote nachgedacht.

Audi und BMW wollen nachrüsten - wer zahlt, ist noch unklar

Zur Abwendung solcher Diesel-Fahrverbote wollen die bayerischen Autohersteller Audi und BMW unterdessen die Hälfte ihrer in Deutschland zugelassenen Euro-5-Dieselautos technisch nachrüsten. Das sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch nach einem Treffen der Staatsregierung mit den Vorstandschefs von Audi, BMW und dem Lkw-Hersteller MAN.

Die Staatsregierung erwartet, dass die Nachrüstung für die Autobesitzer kostenlos ausfällt. „Meine Zielsetzung ist, dass der Kunde gar nichts zahlt“, sagte Aigner. Doch mit BMW und Audi ist das noch nicht schlussendlich ausgehandelt. Zuletzt war unter anderem das Audi-Modell A8 in die Kritik geraten.

Dabei sollen nicht die Motoren modifiziert, sondern die Motor-Software aktualisiert werden. Welche Fahrzeuge modernisiert werden, entscheiden die Hersteller - sie sollen dann Kontakt mit den Autobesitzern aufnehmen.

AFP/dpa/fn

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