ADAC sieht drohende Biosprit-Probleme für drei Millionen Autos

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München (dpa) - Für drei Millionen Fahrzeuge drohen nach Ansicht des ADAC deutliche Mehrkosten wegen Problemen mit der höheren Biosprit-Beimischung.

Mindestens 3,12 Millionen Autos und Motorräder mit Benzinmotor würden den für 2009 geplanten Biosprit mit zehn statt fünf Prozent Ethanol nicht vertragen, teilte der Autoclub in München mit.

Das werde für diese Kraftfahrer teuer, weil sie zur Vermeidung von Schäden nicht wie bisher Normal oder Super tanken können, sondern auf das bis zu 15 Cent teurere Super plus ausweichen müssten. Bisher hatte der ADAC nur von 1,5 Millionen betroffenen Autofahrern gesprochen.

Die deutschen Autohersteller halten die ADAC-Zahlen für überzogen und wollen Anfang April eigene Berechnungen vorlegen. Aus Branchenkreisen hieß es, dass die bisherige Zahl der Autohersteller von 375 000 betroffenen Fahrzeugen mit Benzin-Direkteinspritzung der ersten Generation "sehr deutlich" unterschritten wird.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wartet auf die Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und des Importeursverbands VIK, die bis Ende März vorliegen sollten. Das Ministerium schloss Änderungen nicht aus. "Sollten die Zahlen gravierend von den bisher genannten abweichen, wird das Bundesumweltministerium die betreffende Verordnung selbstverständlich überdenken", teilte der Parlamentarische Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) mit.

Bisher können bis zu fünf Prozent Bio-Ethanol beigemischt werden, was als technisch unbedenklich gilt. Bio-Ethanol habe Eigenschaften eines Lösungsmittels und könne Dichtungen sowie Leitungen aus Kunststoff beschädigen, sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Ein erhöhter Anteil sei auch deshalb problematisch, weil Bio-Ethanol Wasseranteile enthalte und deshalb zu Schmierungsproblemen im Motor führen könne. Der Autoclub fordert eine Verschiebung der Beimischung auf 2012.

Der ADAC stützt sich auf eigene Recherchen bei Autoherstellern. Da für rund vier Millionen Fahrzeuge noch keine Aussagen vorlägen, sei zu befürchten, dass die Zahl betroffener Fahrzeuge noch steige. Aber auch alle anderen Autofahrer müssten tiefer in die Tasche greifen. Das Benzin werde wegen der bis zu zehnprozentigen Beimischung von Bio-Ethanol (E 10) künftig teurer in der Herstellung und deshalb voraussichtlich an Tankstellen etwas mehr kosten. Der Autoverband VDA kontert, mehr als 98 Prozent der Fahrzeuge deutscher Hersteller würden nicht betroffen sein.

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