Adidas auf Rekordkurs

Herzogenaurach - Adidas hat einen fulminanten Start ins laufende Jahr hingelegt und peilt trotz eines weiter schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auch für das Gesamtjahr neue Bestmarken an.

Neben der Fußball-EM und den Olympischen Spielen im Sommer in London setzt Adidas dabei auf seine starke Position in den wachsenden Schwellenländern. “Der hervorragende Start ins Jahr 2012 ist für den Adidas-Konzern eine solide Grundlage für ein weiteres Jahr mit starken Finanzergebnissen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Herbert Hainer, am Donnerstag in Herzogenaurach. Getrübt werden die Erfolgsmeldungen durch Unregelmäßigkeiten bei der US-Tochter Reebok in Indien.

Einzelheiten dazu wollte Hainer mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen. Er sagte aber, dass wegen der Vorfälle die geplante Umstrukturierung der Geschäftsaktivitäten in Indien noch stärker forciert werde und dies zu einem negativen Einmaleffekt in Höhe von bis zu 70 Millionen Euro führen dürfte. Vorgesehen sei unter anderem, die Zahl von aktuell rund 1.000 Geschäften in Indien um ein Drittel zu reduzieren. Hainer betonte, dass es sich hierbei um die Shops von Franchise-Partnern handelt.

Prognose für 2012 angehoben

Dessen ungeachtet prognostizierte Adidas für das Gesamtjahr Rekorde bei Umsatz und Gewinn: Erwartet wird nun ein Umsatzplus von etwa zehn Prozent auf 14,6 Milliarden Euro statt maximal neun Prozent. Der Gewinn soll um 12 bis 17 Prozent auf die Rekordhöhe von 750 bis 785 Millionen Euro zulegen - nach bisher 10 bis 15 Prozent. Bis 2015 will Adidas auf einen Umsatz von 17 Milliarden Euro kommen.

Bereits am Montag hatte das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen sein Quartalsergebnis vorgelegt, das mit dem endgültigen Bericht bestätigt wird. Demnach wuchsen der Umsatz von Januar bis März um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro und der Konzerngewinn nach Steuern um 38 Prozent auf 289 Millionen Euro. Das ist das beste erste Quartal in der Unternehmensgeschichte.

Zum Wachstum trugen den Angaben zufolge alle Regionen bei. Allein in China legte der Konzern um 26 Prozent zu und in Westeuropa um sieben Prozent, davon 19 Prozent in Großbritannien, dem Austragungsland der Olympischen Spiele, und 35 Prozent in Polen, das neben der Ukraine Ausrichter der Fußball-EM ist.

Im Fußballbereich wurde der Umsatz im ersten Vierteljahr um 23 Prozent gesteigert. “Ich bin absolut überzeugt, dass wir hier in diesem Jahr unseren bisherigen Umsatzrekord von 1,5 Milliarden Euro übertreffen“, sagte Hainer. Negative Auswirkungen auf das Geschäft durch die angespannte politische Lage in der Ukraine sieht er nicht.

Deutliche Umsatzanstiege wiesen im ersten Quartal die Marken Adidas (plus 16 Prozent) und TaylorMade-adidas Golf auf (32 Prozent) auf. Bei der US-Tochter Reebok ging der Umsatz vor allem wegen der Umgliederung von Erlösen aus dem US-Eishockeygeschäft zum Segment Reebok-CCM Hockey um sieben Prozent zurück.

Für 2013 kündigte Hainer für Reebok die Einführung neuer Produkte und Technologien an. Kritik, wonach sich der 2006 für 3,1 Milliarden Euro erworbene Wettbewerber nicht so gut entwickele wie erwartet, wies Hainer zurück. “Es geht in die richtige Richtung“, sagte er.

dapd

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