AEG: Bangen um Werk geht weiter

- Nürnberg/München - Die 1750 Mitarbeiter des von der Schließung bedrohten Nürnberger AEG-Werks müssen auch nach ersten Verhandlungen weiter um ihre Jobs zittern. Die Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und Management seien am Freitag ohne Ergebnisse vertagt worden, erklärte der Nürnberger IG-Metall-Vertreter Jürgen Wechsler. Am 20. Juni wollen die Arbeitnehmervertreter eigene Vorschläge zur Kosteneinsparung vorlegen.

Der Vertreter des örtlichen Managements der schwedischen Muttergesellschaft Electrolux hätte keine Aussagen zu einer Standort- und Beschäftigungssicherung machen können. "Bei AEG herrscht die Angst", sagte der Nürnberger IG-Metall-Chef Gerd Lobodda. Nach Angaben seines Stellvertreters Jürgen Wechsler laufen die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Management ergebnisoffen, auch Zeitvorgaben gebe es nicht. "Wir werden uns die nötige Zeit nehmen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen", sagte der Betriebsratschef des Werkes, Harald Dix. Er betonte erneut, dass das Nürnberger Werk schwarze Zahlen schreibe.<BR><BR>In den Verhandlungen geht es laut Dix um "Maßnahmen, um dem weiteren Preisverfall auf dem deutschen Markt vorzubeugen". Die schwedische Konzernführung dringe auf eine Kostensenkung, vor allem der Personalkosten. "Wir werden uns in den Verhandlungen bewegen müssen", sagte Dix. Dann werde die Geschäftsleitung ihre Schließungspläne möglicherweise noch einmal überdenken.<BR><BR>Bereits ab nächster Woche werden Arbeitnehmervertreter gemeinsam mit externen Beratern ein Alternativszenario zur Schließung entwickeln. Dabei gehe es neben einer Reduzierung der Arbeitskosten um Einsparungen beim Material, effizientere Fertigungsabläufe sowie um eine Verbesserung von Produkten und Qualifizierung von Mitarbeitern.<BR><BR>Am 24. Juni wollen sich die Betriebsräte aller deutschen Hausgeräte-Hersteller in München treffen.<BR> 

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