AEG: Heute rollen Bänder wieder an

- Nürnberg - In den Feuerfässern vor dem bestreikten Nürnberger AEG-Werk lodern noch immer die Flammen. Doch die Brennholzstapel hinter dem Streikzelt sind bis auf einen kleinen Rest aufgezehrt. Vor wenigen Wochen hätte dies die Nervosität der Streikenden noch deutlich erhöht. Jetzt aber lässt es sie kalt: Der bundesweit mit viel Aufmerksamkeit und Sympathie verfolgte AEG-Streik geht zu Ende. Bei der Urabstimmung wurde deutliche Zustimmung zu dem mit Electrolux ausgehandelten Sozialtarifvertrag erwartet. Heute soll die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Nach 46 Tagen im Ausstand sind die Beschäftigten am Montag, dem voraussichtlich letzten Streiktag, noch einmal vor der traditionsreichen Hausgerätefabrik zusammengekommen. Lautstark lassen sie die Erlebnisse der vergangenen Wochen bei Kaffee oder Bier Revue passieren. Doch hinter der scheinbar fröhlichen Fassade schlummern tiefe Existenzängste.

"Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein", sagt Streikposten Peter Pirner am Tor 4. "Wir wären noch motiviert und könnten weiter streiken. Aber mehr war nicht zu holen", betont der Kunststoff-Formgeber. Nun quälen den 42-jährigen Familienvater Zukunftssorgen. Mit sechs AEG-Dienstjahren ist er von einer üppigen Abfindung weit entfernt, die Kinder sind noch klein und das Häuschen noch lange nicht abbezahlt. Mit seiner Kündigung sei bis spätestens zum Jahresende zu rechnen. IG-Metall-Streikleiter Jürgen Wechsler will den Arbeitskampf "mit erhobenem Haupt" beenden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Besucherrückgang bei IAA
Frankfurt/Main (dpa) - Die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt am Main hat in diesem Jahr weniger Besucher angelockt als vor zwei Jahren. Wie der Verband …
Besucherrückgang bei IAA
Uber signalisiert Gesprächsbereitschaft in London
Der Fahrdienst-Vermittler Uber steht in London vor dem Aus. Dagegen regt sich Widerstand, vor allem bei jüngeren Kunden. Das Unternehmen geht unterdessen auf die …
Uber signalisiert Gesprächsbereitschaft in London
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
Berlin - Bei der Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin sieht ein Reiseexperte derzeit nicht die Gefahr steigender Ticketpreise. "Es sind weder ein Monopol noch …
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz
Zehn Jahre nach der Finanzkrise sprudeln an der Wall Street die Gewinne. Europas Banken hinken hinterher. Nach Einschätzung von Experten wird sich daran so schnell auch …
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz

Kommentare