AEG: Kein Streik-Ende in Sicht

- München/Nürnberg - Zwar verhandeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Konflikt um die Nürnberger AEG-Fabrik seit Donnerstag wieder, doch eine Lösung für die von der geplanten Schließung betroffenen Belegschaft ist nicht in Sicht. IG Metall und der schwedische Electrolux-Konzern, der das Werk betreibt, liegen in ihren Positionen nach wie vor weit auseinander. So verbrannten Mitarbeiter und Gewerkschafter vor dem bestreikten Werk symbolisch das Angebot über Abfindungen und Überbrückungsmaßnahmen, das Electrolux am Vorabend vorgelegt hatte.

Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer nannte die Vorschläge von Electrolux eine "Lachnummer" und forderte den Haushaltsgeräte-Hersteller auf, eine neue Offerte vorzulegen. Dabei machte der Gewerkschaftsführer deutlich, dass die Belegschaft bereit ist, den seit 20. Januar andauernden Arbeitskampf fortzuführen, um den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen. "Wir haben uns darauf einzurichten, dass der Streik noch ein, zwei, drei Wochen oder länger dauert", sagte Neugebauer.

Electrolux würde dies in zweierlei Hinsicht schmerzen: Zum einen kommt es wegen der Produktionsausfälle zu ersten Lieferengpässen. Zum anderen entscheiden sich derzeit viele deutsche Verbraucher offenbar immer häufiger gegen Electrolux-Geräte, weil sie mit der für 2007 beschlossenen Verlagerung des Werks nach Polen aus Kostengründen nicht einverstanden sind. Ein Sprecher von Media Markt und Saturn Hansa teilte unserer Zeitung auf Anfrage mit, "dass sich eine Entscheidung wie die von Electrolux und der daraus resultierende Arbeitskampf nur schwerlich als Katalysator für den Absatz von AEG-Produkten eignet".

Doch noch zeigen sich die Schweden unnachgiebig. Schon am Donnerstag hatte Electrolux signalisiert, dass das Angebot an die Beschäftigten vorerst nicht nachgebessert werden soll. Im Rahmen des als "Nürnberger Modell" bezeichneten Pakets, will der Konzern 100 Millionen Euro aufwenden, um den Jobwegfall für die 1700 Mitarbeiter abzufedern.

Der Geschäftsführer des Werks, Dieter Lange, bezeichnete dies als "großzügig", während die IG Metall 400 Millionen Euro fordert. Ihre Strategie: Je teurer die Verlagerung des 83 Jahre alten Werks kommt, desto unrentabler wird sie und desto eher könnte der Nürnberger Standort doch noch erhalten bleibt. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich in den nächsten Gesprächsrunden zeigen, die bereits für dieses Wochenende angesetzt sind.

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