AEG-Belegschaft will kämpfen

- Nürnberg - Belegschaft und IG Metall wollen mit allen Mitteln gegen die drohende Schließung des AEG-Hausgeräte-Werks in Nürnberg mit 1750 Beschäftigten kämpfen. Notfalls werde man die gesamte, in Nürnberg angesiedelte Deutschland-Zentrale des schwedischen Mutterkonzerns Electrolux lahm legen, kündigte der Betriebsratsvorsitzende Harald Dix am Dienstag an. Bereits für diesen Mittwoch ist eine 24-stündige Protestaktion geplant.

Der Electrolux-Aufsichtsrat entscheidet voraussichtlich am 24. Oktober über die Zukunft des Werkes. Die Produktion von Waschmaschinen und Geschirrspülern soll nach Polen verlagert werden. "Wir geben den Standort Nürnberg nicht kampflos auf", sagte der stellvertretende Nürnberger IG-Metall Chef Jürgen Wechsler, der auch im Aufsichtsrat von AEG Deutschland sitzt.

Nach Wechslers Einschätzung rückt ein Schließungsbeschluss näher. Die Belegschaft hatte millionenschwere Zugeständnisse angeboten und im Gegenzug eine Standortgarantie bis 2010 gefordert. Es gebe bisher aber keine Signale aus dem Konzern, mit der IG Metall zu verhandeln, sagte Wechsler. "Die Wut in der Belegschaft wird immer größer."

Nach Einschätzung der IG Metall ist der schwedische Konzern noch bis 2007 von der Produktion in Nürnberg abhängig, da die entsprechenden Stückzahlen erst dann in Polen produziert werden könnten. "Wir haben nichts zu verlieren", sagte Betriebsratschef Dix. Bei einem Schließungsbeschluss könne man den gesamten Standort mit Vertrieb, Logistik, Kundendienst und EDV lahm legen. "Wenn das Nürnberger Werk steht, steht für Electrolux ganz Deutschland, in manchen Bereichen ganz Europa."

Auch der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer bekräftigte die Kampfbereitschaft der Arbeitnehmer. "Wir sind fest entschlossen, den Standort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen." Der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes, Peter Scherrer, warnte die Beschäftigten der verschiedenen europäischen Electrolux-Standorte davor, sich gegeneinander ausspielen zu lassen. Die Restrukturierungspläne des schwedischen Konzerns umfassten ganz Europa.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax fällt zum Wochenauftakt weiter
Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem größten Wochenverlust seit drei Monaten geht es für den Dax weiter abwärts: In den ersten Handelsminuten sank der deutsche Leitindex um …
Dax fällt zum Wochenauftakt weiter
Ölpreise fallen nach Opec-Entscheidung
New York/London (dpa) - Die Ölpreise sind gefallen, wenn auch unterschiedlich stark. Der Preis für Rohöl aus der Nordsee gab deutlich nach, während für amerikanisches …
Ölpreise fallen nach Opec-Entscheidung
Kaum Handwerker zu bekommen - Problem könnte sich weiter verschärfen
Einen Handwerker zu bekommen - das ist in Deutschland keine leichte Übung. Die Betriebe schlagen nun Alarm. Denn die Probleme könnten sich weiter verschärfen.
Kaum Handwerker zu bekommen - Problem könnte sich weiter verschärfen
Bahn will Bewerbungsschreiben nach und nach abschaffen
"Hiermit bewerbe ich mich um..." - diese Zeile hat wohl jeder schon geschrieben. Die Deutsche Bahn will sich von diesen Sätzen langsam verabschieden. Und fängt damit bei …
Bahn will Bewerbungsschreiben nach und nach abschaffen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.