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AEG-Beschäftigte auf Streik vorbereitet

- Nürnberg - Nach dem klaren Votum in der Urabstimmung treten die Beschäftigten des AEG-Stammwerks Nürnberg von diesem Freitag (20. Januar) an in den unbefristeten Streik. Mit Beginn der Frühschicht ab 6.00 Uhr soll das Hausgerätewerk blockiert und rund um die Uhr bewacht werden. Betriebsrat und IG Metall trafen am Donnerstag die letzten Vorbereitungen für den Arbeitskampf gegen den schwedischen Mutterkonzern Electrolux, der die Fabrik mit rund 1700 Beschäftigten Ende 2007 schließen will.

"Bei der Belegschaft herrscht Euphorie, aber auch große Wut", sagte Streikleiter Jürgen Wechsler von der IG Metall Nürnberg. Zur Auftaktkundgebung am Freitagmorgen wird auch IG Metall-Vize Berthold Huber vor dem Werkstor erwartet. Am Donnerstag sei die Belegschaft nochmals über die geplanten Aktionen informiert worden, berichtete Wechsler. Nach Darstellung von Betriebsratschef Harald Dix ruhte die Arbeit weitgehend. Die in der IG Metall organisierten AEG-Beschäftigten hatten sich in einer Urabstimmung mit mehr als 96 Prozent für den Streik ausgesprochen, um einen Sozialtarifvertrag durchzusetzen.

Streikposten sollen die Fabrik rund um die Uhr und auch am Wochenende bewachen. Damit wolle man verhindern, dass das Unternehmen womöglich versuche, am Wochenende mit Hilfe fremder Arbeiter Produktion nachzuholen, sagte Wechsler. Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer hatte bereits vor "Provokationen" durch den Konzern gewarnt.

Mit der örtlichen Geschäftsleitung wurde nach Wechslers Angaben darüber gesprochen, wer als Notdienst unbedingt im Werk gebraucht werde - etwa für Instandhaltung und Feuerwehr. Dabei handle es sich aber nur um einige wenige Leute. Dagegen werde man Kollegen aus der Produktion, die nicht der Gewerkschaft angehören, nicht in das Werk lassen. Anspruch auf Streikausfallgeld haben nur IG MetallMitglieder.

Nicht zum Streik aufgerufen sind rund 600 Beschäftigte anderer Sparten wie Vertrieb, Kundendienst und Logistik, die AEG in eigenständige Tochtergesellschaften ausgegliedert hat. Sie seien aber aufgefordert, sich am Freitag an den Aktionen zu beteiligen, berichtete Wechsler. Von Montag an sollen sie normal arbeiten.

Bei der Logistik-Sparte droht unterdessen ebenfalls ein Arbeitskampf. Ein Ultimatum der IG Metall, mit dem die Rückkehr der AEG-Tochter Logistics GmbH in die Tarifbindung der Metall- und Elektroindustrie erzwungen werden sollte, sei ohne Ergebnis abgelaufen, berichtete Wechsler. Das Unternehmen will nach Darstellung der Gewerkschaft für die knapp 200 betroffenen Mitarbeiter künftig den Tarifvertrag für den Groß- und Einzelhandel anwenden. Dies würde Einkommenseinbußen von bis zu 45 Prozent bescheren. "Wir werden notfalls per Urabstimmung die Weichen in Richtung Streik stellen", sagte Wechsler.

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