AEG-Konflikt: IG Metall sagt Gespräch ab

- Nürnberg - Als Reaktion auf Äußerungen von Electrolux-Vorstand Hans Stråçberg hat die IG Metall Gespräche mit dem AEG-Management über die Zukunft des bestreikten Hausgerätewerkes fürs Erste abgesagt. "Auf dieser Grundlage sehen wir keinen Sinn in Verhandlungen", sagte der Pressesprecher der IG-Metall-Streikleitung, Reiner Peters-Ackermann.

Ursprünglich sollten die Gespräche am Donnerstag fortgesetzt werden. "Wir streiken weiter und warten auf ein Signal von Electrolux", sagte Peters-Ackermann ergänzend. Electrolux äußerte sich indes "überrascht" über die Absage. "Wieder blockiert die Gewerkschaft den Prozess, bei dem doch eigentlich die Mitarbeiter endlich eine klare Perspektive bekommen sollten", kritisierte der für Europa zuständige Electrolux-Produktionsvorstand, Horst Winkler.

Stråçberg hatte der IG Metall in der "Welt am Sonntag" vorgeworfen, mit ihrem "Konfrontationskurs" Arbeitsplätze zu vernichten. Die Schließung des seit mehr als drei Wochen bestreikten AEG-Werkes bezeichnete er als "unwiderruflich". Gleichzeitig kritisierte er die "schleppenden Verhandlungen" mit der IG Metall und warf ihr vor, maßgeblich schuld am Aus für den Standort Nürnberg zu sein. So habe die IG Metall 2004 längere Arbeitszeiten in dem Werk abgelehnt.

Peters-Ackermann bezeichnete die Äußerungen Stråçbergs als "armselig". Electrolux habe in den vergangenen Verhandlungsrunden kein Entgegenkommen gezeigt. Außerdem habe der Konzern durchaus Sparmaßnahmen im AEG-Werk durchgesetzt, welche die IG Metall keineswegs abgelehnt habe. Dennoch solle der Standort jetzt dichtgemacht werden.

Das Nürnberger Hausgerätewerk wird seit 20. Januar bestreikt, weil der schwedische Mutterkonzern Electrolux die Produktion von Wasch- und Geschirrspülmaschinen bis Ende 2007 nach Polen und Italien verlagern will. Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag für die von der Schließung betroffenen rund 1700 Mitarbeiter sind bisher ergebnislos verlaufen.

Während AEG Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen im Volumen von rund 100 Millionen Euro anbietet, will die IG Metall das Vierfache. Sie möchte außerdem in erster Linie den Standort erhalten.

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