Im AEG-Konflikt steigen Chancen auf Einigung

- Nürnberg/München - Vor der ersten Verhandlungsrunde unter Vermittlung des Bahn-Vorstandes und früheren bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu rückt eine Lösung des AEG-Konflikts näher. Der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer sagte, er sehe Chancen auf eine Einigung. Beide Seiten wollten die Möglichkeiten einer "Gesamtlösung" für AEG ausloten.

Der schwedische Mutterkonzern Electrolux will das AEG-Werk in Nürnberg schließen. Die Belegschaft kämpft seit mehr als fünf Wochen mit einem Streik für ihre soziale Absicherung. In den Verhandlungen läuft es nun möglicherweise auf eine "Gesamtlösung" unter Einbeziehung der Electrolux-Servicegesellschaften und des AEG-Werks in Rothenburg ob der Tauber hinaus. Für diese Fabrik, in der 1300 Beschäftigte Herde und Kochmulden herstellen, befürchtet die IG Metall ein ähnliches Schicksal wie für das Nürnberger Werk und verlangt eine Standortgarantie bis mindestens 2010.

"Da kann Electrolux beweisen, ob sie wirklich Interesse haben, diesen Standort zu erhalten", sagte Neugebauer. Bei den aus der AEG ausgegliederten Gesellschaften für Logistik, Vertrieb, Kundendienst und Ersatzteile geht es um die Rückkehr zur Tarifbindung der Metallindustrie. Die Logistik-Sparte wird seit mehr als vier Wochen ebenfalls bestreikt.

Electrolux-Verhandlungsführer Horst Winkler zeigte sich zuversichtlich, dass es Wiesheu gelingen könnte, einen Kompromiss herbeizuführen.

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