AEG-Streik vor dem Ende

- Nürnberg - Nach dann sechseinhalb Wochen Streik wird voraussichtlich am kommenden Dienstag (7.) die Arbeit im AEG-Werk Nürnberg wieder aufgenommen. Zuvor solle am Montag die Urabstimmung über den Sozialtarifvertrag für die 1700 Beschäftigten des Hausgerätewerks stattfinden, teilte die IG Metall mit. Man werde versuchen, die Abstimmung an einem Tag abzuwickeln. Um den Arbeitskampf zu beenden, müssen mindestens 25 Prozent der in der IG Metall organisierten Arbeitnehmer der Vereinbarung zustimmen.

Die IG Metall und der schwedische AEG-Mutterkonzern Electrolux hatten das Vertragswerk am Freitagmorgen endgültig unter Dach und Fach gebracht. Die Tarifkommission beschloss daraufhin mit großer Mehrheit die Urabstimmung. Von 50 Mitgliedern des Gremiums hätten 46 dafür gestimmt, teilte IG Metall-Streikleiter Jürgen Wechsler mit. "Heute ist ein guter Tag", sagte er bei einer Versammlung im AEG-Streikzelt. Als besonders positiv hob er die Abfindungsregelungen hervor.

Electrolux wird das AEG-Hausgerätewerk bis Ende 2007 schließen. Im Kampf um einen Sozialtarifvertrag traten die Beschäftigten am 20. Januar in den Ausstand. Die nach harten Verhandlungen getroffene Vereinbarung sieht Abfindungen, Qualifizierungsmaßnahmen und Vorruhestandsregelungen im Gesamtvolumen von etwa 150 Millionen Euro vor. Der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer sprach von einem akzeptablen Ergebnis. "Natürlich tut es uns weh, dass es uns nicht gelungen ist, den Standort zu halten", sagte er. "Aber in dieser Republik entscheiden die Unternehmen allein." Der AEG-Streik sei zu einem "Symbol des Widerstands" geworden. Wechsler sagte: "Das ist die teuerste Werkschließung, die Electrolux je erlebt hat."

Bereits am Freitag wurde die Urabstimmung im Nürnberger Electrolux-Zentrallager und der in Rothenburg angesiedelten Ersatzteilsparte durchgeführt. Dabei geht es um die Rückkehr zur Tarifbindung der Metallindustrie. Die Logistik wird seit dem 27. Januar bestreikt. Die Beschäftigten der Ersatzteilsparte hatten sich ebenfalls für einen Arbeitskampf ausgesprochen, diesen aber nicht begonnen. Das Ergebnis der Urabstimmung sollte am Abend vorliegen.

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